Wanderbericht zur Vogesenwanderung Teil 2 vom 11. bis 15.05.1983

Teilnehmer: Fried, Volker, Günter H., Hans F., Hans M., Herbert, Günter Z.

Zu unserer diesjährigen Himmelfahrtswanderung in die Vogesen traf man sich am 11.05. um 13.00 Uhr vor dem Feuerwehrgerätehaus, um mit dem Bus der Fa. Strohmenger die Reise anzutreten. Günter H. fiel mit einem neuen und überaus schweren Rucksack auf. Nachdem das Gepäck verstaut war ging die Fahrt ziemlich flott zu unserem Startpunkt in die Vogesen. Die erste Überraschung war ein ziemlich steifer und kalter Wind, auch vereinzelte Schneereste verhießen nichts gutes. Zum Zweiten war die Auberge Firstmiß, wo wir zwei Jahre zuvor schöne Stunden verbracht hatten, geschlossen. So machten wir uns auf den Weg über das Hoheneck in Richtung Martinswand, wo wir öfter durch Schnee mußten, um in der Nähe der Quelle Quartier zu machen. Nach außergewöhnlich langer Zeit, die man von ihm nicht gewohnt ist, brachte Volker doch ein wärmendes Feuer zu Stande. Besonders zu erwähnen wäre noch der unermüdliche Bläser Jim. Nach Einnahme der Mahlzeit war es schon sehr spät, worauf man sich in die Zelte begab.

Der schönste Teil der Wanderung lag nun vor uns. Wir gingen einen sehr schön angelegten Höhenweg in Richtung Col de la Schlucht. Vorbei am Lac Noir erreichten wir den Lac Blanc. Bei sehr schlechten Wegverhältnissen machte unser Freund Günter H. den noch nicht bekannten "Schlammsprung". Nach dem Mittagessen, das wir im Hotel Lac Blanc eingenommen hatten, machten wir uns auf den Weg nach Le Bouhomme. Das Wetter wurde immer schlechter und der Regen immer stärker. Beim Aufstieg zum Col de Bagauelles suchte man einen Unterstand auf einem Bauernhof, nur Herbert ging unbeirrt seinen Weg. Sehr enttäuscht war man dann über die abweisende Haltung des Hüttenwirtes vom Vogesenclub. Der Weg führte uns zur Haicot Auberge, wo wir "Mister No Problem" kennenlernten. Dieser erklärte uns, wo wir ein Matratzenlager finden würden, das recht Ordentlich wäre. Nachdem wir unsere Lager eingerichtet hatten wurden beim Vesper noch ein paar Flaschen Rotwein geleert.

Am dritten Tag ging es über den Rehberg, das Steinköpfel nach Aubure. In einem Lebensmittelgeschäft wurden die schon stark reduzierten Vorräte aufgefrischt. So konnte auf dem Weg nach Ribauville nichts mehr schief gehen. Doch Quartierprobleme kosteten ein paar Nerven und zwei Teilnehmer extra Kilometer. Ende gut, alles gut. Eine schöne Altstadt, brütende Störche und das obligatorische Pfeffersteak entschädigten für alles. Auch die Möglichkeit sich ordentlich zu waschen wurde größtenteils wahrgenommen.

Durch Weinberge ging es in Richtung Reichenberg Chateau. Unterwegs zur Hohen Königsburg konnten wir das seltene Erlebnis eines jagenden Fuchses erleben. Der Hase war allerdings schneller. Nach einer kurzen Rast auf Baumstämmen, wurde über das Schänzel die Hohe Königsburg erreicht. Das Mittagessen wurde bei Sonnenschein eingenommen, es war so warm, daß einige der Wanderfreunde ihre teilweise stark behaarten Oberkörper zur Schau stellten. Nachmittags führte unser Weg nach Val de Ville. An der Kreuzung freute man sich, nun die Burg Ortenburg, unser letztes Quartier, in Angriff zu nehmen. Herbert, Günter H. und Jim gingen über Chatenois um Verpflegung für den Abend zu beschaffen. Die anderen Vier sollten derweil einen geeigneten Zeltplatz suchen, den sie auch fanden. Unserem Anti-Alkoholiger Herbert hatte man ein paar Flaschen Rotwein im Rucksack verstaut, was Jenem nach dem ziemlich steilen Aufstieg zum Ausspruch veranlaßte: "Da, da habt ihr euer Zeug". Der Abend am Lagerfeuer vor den Mauern der Ortenburg wurde dann auch recht lustig. Es wurde geklettert, gebechert und sportliche Höchstleistungen vollbracht ( 50 Liegestützen von Jim).

Tag der Heimreise. Von der Ortenburg ging es sehr früh hinab ins Rheintal. Auf einer langen, geraden Landstraße wurde Selestadt angesteuert. Mit dem Zug fuhren wir über Colmar, Straßburg, Kehl, Karlsruhe, Heidelberg nach Weinheim, um in der Bahnhofsgaststätte einen Abschlußtrunk zu sich zu nehmen. Mit dem Bus fuhren wir nach Hause.
Trotz nicht allzu schönem Wetter war mman sich einig, eine erlebnisreiche Tour hinter sich gebracht zu haben. außerdem wurde der Wunsch geäußert, den Vogesenweg bis nach Weissenburg zu wandern.

gez. Günter Z.