Bericht zur Bergtourenwoche vom 08.10. bis 15.10.2011 im Ultental
Fr. 07.10.: Wie schon in den vergangenen Jahren hatten Richard und Rudi den 9-Sitzer-Transit bei Auto Joncker in Heidelberg abgeholt. Allerdings erhielten sie keinen Transit mit langem Radstand. Außerdem bemerkte Rudi auf der Heimfahrt ein reibendes Geräusch vorn links, wenn das Lenkrad nach rechts eingeschlagen wurde. Am Feuerwehrhaus wurde dann das Fahrzeug beladen und trotz einiger Bedenken konnte alles verstaut werden. Am Abend schickte Rudi noch eine E-mail an das Autohaus Joncker, um auf das Malheur am Transit aufmerksam zu machen.
Sa. 08.10.: Um 5.45 Uhr trafen sich Bernhard, Günter und Rudi am Feuerwehrhaus um das Essen einzuladen. Danach sammelten sie nach und nach Richard, Fried, Friedel und Heinz ein. Zum Schluß stieg Klaus um 6.30 Uhr an der Peterskirche zu. Bei wenig Verkehr kamen wir gut voran. Auf einem Parkplatz vor der Raststätte "Allgäuer Tor" machten wir unsere Frühstückspause. Es war kalt und es regnete leicht. Bei der Fahrt über den Fernpass sahen wir den ersten Schnee. Auch als wir zum Reschenpass hochfuhren, schneite es, aber auf der Südseite war das Wetter besser als im Norden. Zwischen Lana und St. Pankraz zweigte die Straße zum "Gruebhof" ab. Mit den Worten: "Rudl, wo fährst du uns hin?" wurde die Anfahrt auf der steilen, engen und kurvenreichen Straße zum Gruebhof (980m) kommentiert. Nach der Besichtigung machten wir ein Vesper, zu dem der Hausherr Herr Berger einen Schnaps spendierte. Beim Aufschneiden eines Brötchens schnitt sich Richard so sehr in die Hand, dass Friedel und Rudi mit ihm ins Krankenhaus nach Meran fahren mussten, wo die Wunde genäht wurde. Als wir zurückkamen war Bernhard bereits am Zubereiten des Abendessens. In der Zwischenzeit besprachen wir die Tour für den nächsten Tag. Die Tourenplaner Volker und Erich hatten sich im Vorfeld große Mühe mit der Planung der einzelnen Touren gemacht. Nach dem Abendessen hatten wir ein neues Spiel entdeckt. Es hies "Rumpler" und war ein altes Tischkegelspiel. Mit einem Kreisel mussten Kegel, die in verschiedenen Kammern standen, umgeworfen werden. Nach diesem langen Tag waren alle müde, sodass um 22.00 Uhr Bettruhe war.
So. 09.10.: Heute Nacht hatte es etwas geregnet und der Schnee fiel auch auf etwa 1300m. Um 8.30 Uhr gab es Frühstück und langsam kam auch die Sonne hervor. Unsere drei "Alten" wurden noch von Herrn Berger in die Bedienung des Kachelofens eingewiesen. Mit dem Auto fuhren wir nach Lana zur Talstation der Vigilbahn. Mit der Gondel und dem Sessellift fuhren wir bis zur Bergstation (1814m). Ein kräftiger Wind blies bei strahlend blauem Himmel den Neuschnee von den Bäumen. Es war eine herrliche Winterlandschaft. Auf dem Vigiljoch (1743m) trennten wir uns. Fried und Klaus machten auf dem Vigiljoch eine Rundwanderung und danach eine Bummel durch Lana. Danach fuhren sie mit dem Auto wieder zur Hütte. Wir anderen machten über den Wanderweg Nr.9 auf einer Höhe zwischen 1800m und 1900m eine Winterwanderung bei traumhaften Wetter. Auf dem Weg Nr.2 stiegen wir über die Guggenberg-Alpl (1705m) zum "Leacher-Hof" (1310m) ab. Hier tranken wir, in der Sonne sitzend, ein Bier und genossen die tolle Aussicht. Außerdem vereinbarten wir, dass wir im Laufe der Woche noch einmal zu einem Abendessen vorbeikommen würden. Zurück auf dem Gruebhof gab es Kaffee, Kuchen und Bier. Fried und Klaus hatten in Lana einen Kanister neuen Wein gekauft, der aber noch sehr jung war. Nach Körperpflege und Abendessen planten wir den Tagesablauf für den nächsten Tag. Danach spielten wir noch einige Runden "Uno", was wie immer sehr lustig war.
Mo. 10.10.: Nach dem Frühstück fuhren wir um 9.00 Uhr über St. Nikolaus nach Innergrub (1559m). Hier starteten wir bei Sonnenschein und leichtem Regen unsere Tour zum Mutegg (2658m). Klaus und Fried fuhren weiter nach St. Moritz (1632m) und machten von dort eine Wanderung zur Steinrast und zurück. In St. Moritz kehrten sie in eine Gastwirtschaft ein, wo sie mit Musik und Gesang einer Wandergruppe unterhalten wurden. Über Innerschwemm (2095m), Außerschwemm (2145m) und der Bergstation Schwemmalm stiegen die anderen in Richtung Mutegg auf. Je höher sie stiegen, um so heftiger wurde der Wind. Günter hatte Schmerzen im Knie und kehrte als erster um. Friedel und Richard hatten mit dem heftigen und böigen Wind zu kämpfen und kehrten ebenfalls um. Bernhard, Heinz und Rudi standen um 12.55 Uhr am Gipfelkreuz des Mutegg (2658m). Nach einem schnellen Abstieg kehrten sie in der Außerschwemmer-Alm ein und wärmten sich an einer Suppe. Als sie die Alm verließen, trafen sie auf Matthias Kunz von der Kunzemühl. Mit der Bahn fuhren sie ins Tal ab, wo sie auf Fried, Klaus und Günter trafen. Auf der Rückfahrt zur Hütte kauften sie noch dringend benötigte Lebensmittel ein. Herr Berger besuchte uns nach dem Abendessen und wir saßen noch bis 23.00 Uhr gemütlich beisammen.
Di. 11.10.: Als wir am Morgen aufstanden, empfing uns ein strahlend blauer Himmel. Um 9.00 Uhr fuhr uns Fried zur Steinrast (1723m). Von dort stiegen wir über die Kuhberg-Alm und der Marschnell-Hütte zu den Kofelraster-Seen (2485m) auf. Hier kehrten Günter, Heinz und Richard um. Auf der Kofelraster-Alm machten sie eine Pause, bei der Heinz von einer Ziege attackiert wurde. Bernhard, Friedel und Rudi stiegen bei teils kräftigem Wind zum Hohen Dieb (2730m) auf. Von hier hatten sie eine tolle Rundumsicht, jedoch konnten sie keinen der umliegenden Gipfel zuordnen. Auch sie machten beim Abstieg auf der Kofelraster-Alm (2313m) eine Pause. Um 15.30 Uhr trafen sie auf der Steinrast mit den anderen zusammen. Klaus und Fried hatten von hier aus eine Wanderung zur Kuppelwieser-Alm (1980m) gemacht und zwischendurch in der Sonne relaxt. Zurück auf dem Gruebhof gab es Kaffee, Körperpflege und etwas später Abendessen. Danach spielte Bernhard auf dem Akkordeon. Wegen der Textschwäche der Sänger mußte er nicht lange spielen. Bis 23.45 Uhr saßen wir noch gemütlich beisammen, bevor wir bei sternenklarer Nacht zu Bett gingen.
Mi. 12.10.: Für heute war ein Ruhetag geplant. Entsprechend spät trafen wir uns zum Frühstück. Bei strahlendem Sonnenschein fuhren wir nach Meran und stellten den Transit in einer Tiefgarage ab. Beim Bummel durch die Altstadt von Meran verloren wir Günter, trafen ihn aber später an der Promenade wieder. Hier kehrten wir in ein Straßencafe ein. Es war ein warmer und sonniger Tag. Auf der Rückfahrt zum Gruebhof kauften wir in Lana für das Abendessen ein. Den Rest des Nachmittags genossen wir in der Sonne sitzend auf der Sitzgruppe vor dem Gruebhof. Heute Abend war Tirolerabend. Hierzu gab es Speck, Schinken, Hartwurst, Käse und neuen Wein. Danach noch ein paar Schnäpse und mehrere Runden Uno. Mit zwei Flaschen Wein machte uns Herr Berger noch einen Besuch. Es war immer wieder bereichernd im zuzuhören. Bei diesen Gesprächen erwähnte er, dass im Ultental ein Bär gesichtet worden war.
Do. 13.10.: An einem sonnigen Morgen fuhren wir zum Talschluß an den Weißenbrunn-See (1872m). Über die Mittlere Weißbrunnalm, der Kaseralm und der Oberen Weißbrunnalm stiegen wir zum Langsee (2376m) auf, wo der Weg zur Höchster-Hütte abzweigt. Ab hier gingen Richard und Günter den Ultner Höhenweg zum Grünsee bzw. Höchster-Hütte (2561m) Die Hütte war relativ neu und gemütlich hergerichtet. Auch die Preise für Speis und Trank waren in Ordnung. Nach einer Rast stiegen die beiden über den Normalweg zum Weißenbrunn-See ab. Heinz, Friedel, Bernhard und Rudi gingen weiter in Richtung Schwärzer Joch (2822m). Heinz klinkte sich aus und wartete auf unsere Rückkehr. Die Spur zum Schwärzer Joch und weiter zum Gleck war teilweise zugeschneit und vereist. Um 12.55 Uhr standen wir am Gipfelkreuz des Gleck (2957m). Nach einer Pause stiegen wir wieder über den gleichen Weg ab und sammelten unterwegs Heinz auf. Vorbei an mehreren kleinen Seen gingen wir bei herrlichem Wetter durch ein schönes Hochtal zurück zum Weißenbrunn-See. Bei der Knödelmoidl trafen wir dann wieder mit dem Rest der Gruppe zusammen. Klaus und Fried waren einen Teil unseres Weges bis zum Fischer-See (xxxxm) aufgestiegen und zur Fiechtalm (2034m) gewandert. Von dort waren sie über den bequemeren Fahrweg zur Knödelmoidl abgestiegen. Für Klaus war das eine anstrengende Tour. Für heute Abend hatten wir auf dem Leacher-Hof für 19.00 Uhr ein Essen bestellt. Mit dem Auto fuhren wir die enge, steile Straße hoch zum Leacher-Hof. In diesm alten Hof (die Zahl 1699 steht auf dem Türbalken) war in der gemütlichen Gaststube nur für sechs Personen statt für acht eingedeckt und auch die Lammfleischportionen waren entsprechend wenig. Die Wirtsfrau Anni hatte hier irgendetwas falsch notiert. Das Essen war allerdings sehr schmackhaft. Zurück auf der Hütte ließen wir den Tag gemütlich ausklingen.
Fr. 14.10.: Nach dem Frühstück fuhren wir Fried, Klaus und Günter an den Zoggler-Stausee. Sie unternahmen hier eine Wanderung um den See bis zur Talstation der Schwemmalmbahn. Wir anderen fuhren bei herrlichem Wetter ins Nonstal. Auf dem Parkplatz Homahd (1677m) hinter dem zweiten langen Tunnel stellten wir unser Auto ab. Nach einigen Schwierigkeiten bei der Wegfindung gingen wir den Weg Nr.7 vorbei an der Clazner-Alm (1732m) über die verlassene Obere-Alm (1814m) aufwärts. Je weiter wir nach oben stiegen, um so schlechter wurde der Weg. Bernhard wurde das Ganze zu heikel und er kehrte kurz vor dem Gipfel um. Um kurz vor Zwölf standen Richard, Friedel, Heinz und Rudi auf dem Kleinen Kornigl (2311m). Von hier oben hatten sie einen fantastischen Rundblick. Das Nonstal ist ein schönes Hochtal. Nach einer Rast stiegen sie über eine steile Almwiese direkt vom Gipfel ab. So konnten sie den schlechten und schwierigen Aufstiegsweg umgehen. Auf der Oberen-Alm trafen sie wieder auf Bernhard. Bei einem Bier auf der Clazner-Alm wurde unsere letzte Tour abgeschlossen. Auf der Rückfahrt zum Gruebhof holten wir die anderen an der Talstation ab. Den Abschluß dieser tollen Woche genossen wir in der Sonne sitzend vor dem Gruebhof bei Kaffee, Keksen und Bier. An diesem Abend war Resteessen angesagt. Zum gemütlichen Ausklang gesellte sich später noch Herr Berger dazu.
Sa. 15.10.: Heute war schon um 7.00 Uhr Frühstück. Danach wurde das Auto beladen und die Hütte auf Vordermann gebracht. Um 8.30 Uhr verabschiedete uns Herr Berger und gab uns die € 50,- Kaution für die Endreinigung zurück. Recht zügig fuhren wir über den Brenner und den Fernpass nach Hause., so dass wir um 15.30 Uhr Klaus in Weinheim abliefern konnten. Der Abschluss fand wie immer im Feuerwehrhaus statt.
Fazit: Besser hätten wir es bei dieser Tourenwoche nicht treffen können. Das war eine Entschädigung für die letzten zwei Jahre, bei denen wir nicht vom Wetterglück verfolgt wurden. Der Gruebhof war eine gemütliche und gut ausgestattete Selbstversorgerunterkunft.
Gez. Rudi