Bericht zur Bergtourenwoche vom 11.10. bis 17.10.2009 in Tschagguns im Montafon

So. 11.10.: Nachdem Rudi die Mitfaher Hans, Klaus, Bernhard, Volker, Günter, Patrick und Richard an den verschiedenen Treffpunkten eingesammelt hatte, ging die Fahrt recht zügig bei wenig Verkehr in Richtung Süden. Die Abfahrtszeit war auf 6.00 Uhr gelegt worden, weil wir an diesem Tag noch eine Eingehtour machen wollten. Hinter dem Pfändertunnel auf österreicher Seite machten wir eine Frühstückspause und um 10.45 Uhr waren wir in Bartholomäberg (1107m) eingetroffen. Auf dem Parkplatz des Hotels "Fernblick" machten wir uns fertig für eine Wanderung über den "Bergknappenweg" in Richtung Innerkristberg (1430m). Das Wetter war schön bei leichter Bewölkung und angenehmen Temperaturen. Nach ca. 2 Std. Wanderung kehrten wir in der "Knappastoba" ein. Auf der Terrasse sitzend hatten wir eine schöne Aussicht auf das Silbertal und das Hochjoch. Der Rückweg führte uns hauptsächlich über den Fahrweg zurück zu unserem Transit-Bus, den wir am Vortag bei Auto Joncker in Heidelberg geholt hatten. Als wir gegen 16.00 Uhr bei Familie Doblinger in Latschau eintrafen, wurden wir freundlich empfangen. Nachdem wir das Haus besichtigt hatten und die Zimmer bezogen waren, wurden wir von Gaby, Günter und der Tochter mit einem Glas Sekt begrüßt. Danach wurde das Abendessen mit Steak, Bratwurst und Tomatensalat zubereitet und mit einem guten Mirabellenschnaps von Volker J. verdaut. Am Abend begann es zu regnen und die Wetteraussichten für die nächsten Tage waren nicht gut.

         

Mo. 12.10.: Es regnete, es ging ein kräftiger Wind und die Wolken hingen sehr tief. Beim Frühstück überlegten wir, was wir heute unternehmen könnten. Wir fuhren hoch nach Latschau (985m) und wanderten durch das Gauertal zur Lindauer-Hütte (1744m). Das wichtigste Utensil war der Regenschirm, wobei ab ca. 1400m der Regen in Schnee überging. Auf der Lindauer-Hütte war außer uns nur noch ein Paar mit einem Kind. Die heiße Suppe, die wir zum Mittagessen verzehrten, tat bei diesem miesen Wetter gut. Als wir wieder durch das Gauertal zurückgingen, schneite es heftig. Zurück im Gästehaus Doblinger tranken wir einen Kaffee oder Tee, was dem allgemeinen Wohlbefinden gut tat. Richard und Rudi waren zwischenzeitlich einkaufen, denn Patrick hatte von seinem Opa "Urlaubsgeld" bekommen, das er in zwei Kästen Bier investierte. Zum Abendessen gab es heute gebräunten Fleischkäse mit Spiegelei, Tomaten- und Kartoffelsalat und natürlich ein Verdauerle. Später holte Bernhard das Akkordeon heraus und es wurde kräftig gesungen. Allerdings hatten wir Probleme mit den Texten, weshalb bis zum nächsten Jahr ein Liederbuch erstellt werden soll.

         

Di. 13.10.: Heute Nacht hatte es geschneit. Nach dem Frühstück wanderten wir über Latschau und den Aquaweg auf verschneiten Wegen zum "Berggasthof Grabs" (1393m), doch der hatte leider geschlossen. Bei heftigem Schneefall wanderten wir weiter durch winterliche Landschaft zum "Gauertalhaus" (1222m). In der gemütlichen Gaststube waren wir die einzigen Gäste. Als wir uns wieder auf den Rückweg machten, schien teilweise die Sonne. Zurück in unserer Unterkunft ließen wir es uns gut gehen. Hans hatte das Radio aus dem Keller geholt und bei schöner Musik von Radio Vorarlberg und von Hans und Richard erzählten Schwänken aus ihrem Leben wurde ein gemütlicher Abend verbracht. Als wir zu Bett gingen, regnete es.

         

Mi. 14.10.: Nach dem Frühstück fuhren wir nach Vandans und stellten das Auto auf einem Parkplatz (770m) im Rellstal ab. Es war bedeckt und etwas kälter als die Tage zuvor. Wir wanderten entlang des Rellsbach und je höher wir stiegen, um so mehr Schnee lag auf dem Weg. Die noch belaubten Äste bogen sich unter der Last des Schnees. Auf Höhe 1200m wechselten wir vom Bachweg auf den Güterweg, weil bei teils knietiefem Schnee der Wegverlauf nicht mehr genau zu erkennen war. Sonnenschein und leichter Schneefall wechselten sich ab und nach 2,5 Std. hatten wir die Alpe Rells (1466m) erreicht. Eigentlich wollten wir auf die Heinrich-Hüter-Hütte (1766m), da aber bei ca. 55cm Neuschnee keine Spur zur Hütte führte, kehrten wir nach einer Rast um. Nach einem gemütlichen Nachmittag bei Kaffee und Kuchen schauten wir das Fußballspiel Deutschland gegen Finnland an. In der Halbzeitpause aßen wir zu Abend und das schlechte Fußballspiel war passé. Später brachte uns Gaby noch einen Schnaps und mit Günter Doblinger haben wir uns noch lange unterhalten.

         

Do. 15.10.: Für heute war eine Wanderung von der Hochjoch-Bergstation zur Wormser- Hütte geplant, wenn es eine Spur gab. An der Talstation (660m) in Schruns erfuhren wir, dass die Wormser-Hütte (2305m) schon früher geschlossen hatte. So fuhren wir bis zur Mittelstation Kropfen (1375m) und wanderten von dort über den Fahrweg zur Bergstation "Kapell" (1866m). Während der Wanderung dachten wir an Fried, der heute sein Hüftgelenk operiert bekam. Der Wald war tief verschneit und es schien gelegentlich die Sonne. Von der Bergstation konnte man das Gästehaus Doblinger sehen. Nach der Mittagsrast machten wir uns, zunächst der Spur einer Pistenraupe folgend, auf den Rückweg nach Schruns. Dabei kamen wir sehr nahe an ein paar Gemsen heran. Der Fahrweg hinunter nach Schruns zog sich und war wirklich nicht schön zu gehen. Nach dem Abendessen mit Wurstsalat holte Bernhard wieder das Akkordeon heraus und draußen schneite es wieder.

         

Fr.. 16.10.: Heute sah man zum erstenmal das Hochjoch vom Zimmerfenster aus. Gaby überraschte uns mit einem Christstollen zum Frühstück. Außerdam gab es noch Rührei. Hans, Volker und Günter legten heute einen Ruhetag ein. Sie gingen einkaufen und das Auto auftanken. Hans fuhr uns nach Latschau und auf dem schneebedeckten Fahrweg gingen wir unsere Wanderung zum "Berggasthof Grüneck" (1880m) an. Unterwegs sahen wir zwei Schneeschuhgeher, die über die Skipiste aufstiegen. Auf dem Grüneck angekommen, konnten wir endlich einmal Sulzfluh, Drei Türme und Drusenfluh sehen. Nach einer halben Stunde war die gute Sicht aber wieder vorbei. Auf dem selben Weg gingen wir wieder zurück nach Latschau. Am Abend fuhren wir hinunter nach Tschagguns in das Gasthaus "Zum goldenen Löwen" um dort zu Essen. Auf der Rückfahrt schneite es heftig. Gaby und Günter brachten uns noch einen Schnaps und zum Dank wurde wieder musiziert und gesungen.

         

Sa. 17.10.: Auf dem Autodach lagen ca. 10cm Neuschnee und es schneite immer noch. Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen und räumten die Küche auf, so dass wir uns um 9.00 Uhr von Gaby verabschiedeten und nach Hause fuhren. Die Fahrt wurde durch Schnee, Schneeregen und Regenschauer begleitet. Als Rudi seine Mitfahrer fragte, ob sie eine Mittagspause machen wollten, lehnten sie ab. Das war auch gut so, denn im Nachhinein stellten wir fest, dass wir die Verpflegung im Gästehaus Doblinger vergessen hatten. Bevor wir nach Oberflockenbach fuhren, machten wir noch einen Besuch bei unserem Bergfreund Fried im Weinheimer Krankenhaus. Ihm ging es soweit ganz gut. Nach einem kleinen Abstecher im "Cafe Bistro Flamingo" bei Bettina und Thomas beschlossen wir die Tourenwoche in der neuen Feuerwache Ost.

         

Fazit: Dass ausgerechnet in unserer Tourenwoche das Wetter so schlecht war, war Pech. Mit dem Gästehaus Doblinger hatten wir eine schöne Unterkunft erwischt, die wir durchaus auch im kommenden Jahr nutzen könnten, um unsere geplanten, aber nicht durchgeführten Touren auf ein neues anzugehen.

Gez. Rudi