Bericht zur Bergtourenwoche vom 11.10. bis 18.10.2008 in La Villa

Sa. 11.10.: Am Vorabend unserer Tour nach La Villa hatten Richard und Rudi einen Ford Transit Leihwagen vom Autohaus Joncker in HD-Rohrbach abgeholt. Dieser wurde am Morgen mit unserer Ausrüstung und diversen Vorräten beladen, so dass wir pünktlich um 7.00 Uhr an der Feuerwache Ost abfahren konnten. Wir, das waren Volker, Günter, Erich, Bernhard und Rudi von den Bergfreunden, sowie Richard und Heinz als Gäste. Die Fahrt bis zur Raststätte Illertal verlief problemlos und nach einer Frühstückspause ging es weiter in Richtung Süden. Kurze Zeit später zeigte sich dann auch die Sonne. Wegen einer geänderten Verkehrsführung gab es vor der Ausfahrt Mittelberg/Oy einen Stau. Daraufhin beschlossen wir, bei diesem herrlichen Wetter über das Tannheimertal zu fahren. Über den Fernpass, Innsbruck, Europabrücke und Brenner erreichten wir gegen 15.45 Uhr unser Ziel in La Villa. In der "Ciasa Flora" wurden wir von einer freundlichen und gut gelaunten Wirtin empfangen. Sie wollte von uns nur Rosi genannt werden. Das Haus lag mitten im alten Ortskern, gegenüber dem neuen Feuerwehrhaus (was für ein Zufall). Ausser uns war nur noch ein Herr aus Landshut zu Gast. Jetzt im Herbst waren in La Villa nur noch zwei Gaststätten geöffnet. Heute entschieden wir uns für das "La Tor". Den Abend beschlossen wir bei einem Fässchen Bier und einem Schnäpschen im Aufenthaltsraum unserer Pension.

         

So. 12.10.: Nach einem guten Frühstück, das keine Wünsche offenließ, brachen wir zu unserer ersten Tour auf. Bei strahlendem Sonnenschein folgten wir den Wanderzeichen "4" und "4a" in Richtung Piz La Ila. Volker hatte Probleme mit seinem Fuß und kehrte um. Er wollte uns später in Corvara mit dem Auto abholen. Nach einer schönen Wanderung mit tollen Ausblicken erreichten wir um 12.00 Uhr die Bergstation auf dem Piz La Ila (2078m). Hier legten wir, in der Sonne sitzend, eine Mittagspause ein und genossen die herrliche Aussicht. Danach folgten wir dem Wegzeichen "2" und "2a" bis nach Corvara. Dabei mußten wir eine kurze Strecke über gefällte Bäume steigen bzw. sie umgehen. In Corvara trafen wir wieder auf Volker. Nach einem Bier bzw. Kaffee in einem Straßencafe wanderten wir am Rio Gadera zurück nach La Villa. An diesem Abend kehrten wir im "La Fana" ein, der zweiten noch offenen Gaststätte.

         

Mo. 13.10.: Volker fuhr uns bei etwas diesigem Wetter mit dem Auto nach Colfuschk. Von dort gingen wir über die Edelweißhütte in Richtung Sassongher. Im oberen Teil lagen noch festgetretene Schneereste. Heinz, Richard und Bernhard blieben in der Scharte zurück, während Günter, Erich und Rudi auf den Sassongher (2670m) stiegen. Auch von hier oben konnten wir unsere Pension in La Villa sehen. Zurück in der Scharte gingen wir wieder gemeinsam den Rückweg über die Ghardenazza-Hütte nach La Villa an. Während einer Pause hörten wir Pfiffe von der anderen Seite des Tales. Volker war über die Ghardenazza-Hütte aufgestiegen und hatte uns entdeckt. Wir trafen mit ihm oberhalb der Hütte zusammen. Nach einer weiteren Rast stiegen wir einen schönen aber steilen Weg hinab nach La Villa. Bei herrlichem Sonnenschein saßen wir bei einem Bier auf der Bank vor dem Haus, als uns Rosi mit einem Crappa überraschte. Zum Essen fuhren wir nach St. Leonhard. Zurück in unserer Pension spielten wir eine Runde Schnauz. Dabei wurden Erinnerungen an unseren Aufenthalt in Kranzegg wach.

         

Di. 14.10.: Über St. Kassian fuhren wir mit dem Auto zur Campana Alpina (1726m). Von dort führte uns ein schöner Weg zum Col de Locia (2069m). Wie der Name schon sagte, hatte man von hier eine tolle Aussicht. Während Volker ab hier wieder zurück ging, wanderten wir weiter über eine Hochebene zur Malga Fanes Grande (2102m). Auf der Terrasse der Hütte machten wir eine Mittagsrast. Bis jetzt war der Himmel bedeckt, aber die Temperaturen waren angenehm warm. Denselben Weg gingen wir wieder zurück zur Campana Alpina. Zwischenzeitlich war Volker einkaufen. An diesem Abend aßen wir zu Hause. Mit Hausmacherwurst, Ziegenkäse, Gurken und Brot und dazu Faßbier und Apfelwein ließen wir es uns gut gehen. Rosi trank ein Bier mit uns und probierte auch den Apfelwein, der ihr aber nicht so zusagte. Bauf meldete sich per Telefon und kündigte sich für den nächsten Tag an.

         

Mi. 15.10.: Über den Campolongo-Pass und Arabba fuhren wir ohne Volker zum Pordoi-Joch (2240m). Von hier stiegen wir zunächst zur Pordoihütte (2829m) auf und gingen dann über Schneefelder weiter in Richtung Piz Boe. Auf halber Höhe kehrten Erich und Bernhard um, während wir anderen um 12.15 Uhr bei herrlichem Wetter auf dem Piz Boe (3152m) eintrafen. Bei einer Mittagsrast genossen wir die tolle Fernsicht. Nach dem wir den gleichen Weg wieder zurück gegangen waren, wurden wir von Erich und Bernhard mit einem Bier auf dem Pordoi-Joch empfangen. Auf dem Joch herrschte reger Betrieb, wobei hauptsächlich Busse mit Rentnern zu sehen waren. Zurück nach La Villa fuhren wir über den Sella-Pass und das Grödner Joch. Volker hatte inzwischen eine Wanderung über den Sompunt-See nach Pedratsches und St. Leonhard nach La Villa unternommen. Zum Essen fuhren wir nach St. Leonhard, weil es hier die größten Pizzen gab. Zum Abschluß spielten wir wieder eine Runde Schnauz.

         

Do. 16.10.: Dieser Donnerstag war Ruhetag. Bei bewölktem Himmel fuhren wir über den Falzaregopass nach Cortina und über den Tre Crozi zum Misurina-See. Nach einem Spaziergang um den See fuhren wir weiter nach Innichen. Dort bummelten wir über den Markt und stärkten uns mit einer Bratwurst. Über St. Lorenzen und durch das Gadertal erreichten wir dann wieder La Villa. Ab Pedratsches ging Richard zu Fuß weiter. Bernhard, Heinz und Rudi machten noch eine Spaziergang zum Sompunt-See. Für unser Abendessen hatten wir Schinken, Speck, Salami, Käse und das gute Vinschgauer Brot eingekauft. Es schmeckte wunderbar. Beim abschliessenden Kartenspiel konnte Heinz zwei Schnauz ausspielen.

         

Fr. 17.10.: Noch waren ein paar Wolken am Himmel, aber es versprach ein herrlicher Tag zu werden. Wir fuhren auf den Falzaregopass und während unten im Tal noch der Nebel lag, war hier oben strahlender Sonnenschein und klare Weitsicht. Ein super Bergwetter. Wir stiegen zum Lagazuoi auf. Bernhard und Heinz nahmen den Normalweg. Günter, Erich, Richard und Rudi stiegen durch den ca. 1100m langen Stollen aus dem ersten Weltkrieg auf. Im Stollen war es dunkel, weshalb wir Lampen brauchten. Nur durch die Stollenlöcher kam gelegentlich etwas Licht. Die Löcher boten einen tollen Blick ins Freie. Auf dem Gipfel des Lagazuoi (2752m) trafen wir wieder auf Bernhard und Heinz. Die Rundumsicht war hervorragend. Erich hatte Schmerzen in seinem Knie und fuhr deshalb mit der Bergbahn ab. Wir stiegen über die Alpe di Lagazuoi zur Scotoni-Hütte ab. Hier herunter führte ein steiler, aber schöner Weg. Den Spuren nach zu urteilen, war jemand mit einem Geländemotorrad diesen Steig hochgefahren. Unvorstellbar. Nach einer Pause gingen wir weiter zur Campana Alpina, wo Volker schon auf uns wartete. Wir fuhren noch einmal auf den Falzaregopass, um dort Erich abzuholen. Diesen herrlichen Tag beschlossen wir mit einem Bier und einem Schnaps vor der "Ciasa Flora". Durch Zufall kamen wir noch in den Genuß einer Führung mit Kommandant Werner Cranzzolara durch das Feuerwehrhaus der Stüdafüch La Ila. Das letzte Abendessen nahmen wir wieder in St. Leonhard ein und bekamen vom Wirt einen Schnaps spendiert.

         

Sa. 18.10.: Nach dem Frühstück hatten wir uns herzlich von Rosi verabschiedet und fuhren zügig zurück, so dass wir nach einer Mittagsrast vor dem Feuerwehrhaus in Rückholz gegen 15.00 Uhr wieder zu Hause waren. Den Abschluss unserer Tourenwoche machten wir in der Feuerwache-Ost.

         

Fazit: Besser hätten wir es bei dieser Tourenwoche nicht treffen können. Bei Rosi waren wir hervorragend untergebracht und das gute Wetter lies uns alle Möglichkeiten für unsere Touren.

Gez. Rudi