Bericht zur Bergtourenwoche vom 15.10. bis 21.10.2006 in Kranzegg
So. 15.10.: Bereits am Vortag hatten wir den VW-Bus von Günter Z. mit unserem Gepäck, der Verpflegung, den drei Mountainbikes und diversen anderen Gegenständen beladen, sodass wir pünktlich um 9.00 Uhr an der Feuerwache Ost abfahren konnten. Wir, das waren Günter Z., Günter H., Bernhard, Erich, Fried, Klaus, Volker und Rudi. Wolfram wollte am Montag nachkommen, da er noch mit dem MSC unterwegs war, und Hans war noch in Spanien. Ausgerechnet er, der sonst immer dabei war, konnte diesmal bedauerlicherweise nicht dabei sein. Der Himmel war während der Fahrt bedeckt, aber je näher wir unserem Ziel kamen, um so besser wurde das Wetter. An der Alpe Halden in Kranzegg angekommen empfing uns Sonnenschein pur und ein strahlend blauer Himmel. Per Telefon erfuhren wir von Herrn Zeller wo der Schlüssel für die "Hütte" hinterlegt war, und von Rudi bekamen die anderen eine Führung durch das Haus. Die Hütte gefiel jedem auf Anhieb und nachdem die Zimmer bezogen waren (Schnacher erhielten Einzelhaft), nahmen wir auf der Terrasse in der Sonne sitzend einen Imbiss ein, der mit Kaffee und Käsekuchen abgeschlossen wurde. Die im Keller stehende Tischtennisplatte wurde natürlich auch benutzt. Am Abend unternahmen wir einen Spaziergang nach Kranzegg, um dort beim "Mohrenwirt" das Abendessen einzunehmen. Zurück auf der Hütte wurde der Abend mit Kartenspielen und den mitgebrachten Getränken beschlossen.
Mo. 16.10.: Schon vor dem eigentlichen Wecken um 8.00 Uhr waren fast alle
im Aufenthaltsraum versammelt. Volker hatte Brötchen geholt und Bernhard das
Frühstück vorbereitet. Als besondere Stärkung gab es Rührei mit und ohne Speck.
Kurz vor 10.00 Uhr marschierten wir im leichten Nebel an der Hütte los. Je
höher wir stiegen, umso mehr kam die Sonne durch. Als wir um 12.15 Uhr bei
strahlendem Sonnenschein auf dem Grünten (1734m) standen, lag bis etwa 1100m
Höhe noch alles in Wolken. Wir genossen eine Weile die tolle Fernsicht und
bedauerten, dass wir die Seen in den Niederungen nicht sehen konnten. Auf der
Grüntenhütte (1471m) trafen wir dann wieder auf Fried und Günter H., die hier
zurückgeblieben waren. In der Sonne sitzend gönnten wir uns ein Bier, bevor wir
wieder den Rückweg zur Alpe Halden antraten. Kurz vor der Hütte kam uns Wolfram
entgegen. Er war gerade angekommen und wollte noch eine Tour machen. Auf der
Hütte wurde dann Körperpflege betrieben und bei diversen Getränken entspannt.
Nachdem Wolfram von seiner Tour auf den Grünten zurück war, gingen wir wieder
zum "Mohrenwirt" zum Abendessen. Hier trafen wir einen alten
Handballer von der TSG Weinheim. Mit Super-8-Filmen von Erich und einigen Dias
von Rudi wurde der Abend kurzweilig gestaltet.
Di. 17.10.: Nach dem gemeinsamen Frühstück fuhren wir über Wertach nach
Graen im Tannheimertal. Ohne Fried und Günter H. stiegen wir bei herrlichem
Wetter, vorbei an der Kissinger-Hütte, auf den Aggenstein (1984m). Es war ein
traumhaft schöner Tag und man konnte von hier oben eine tolle Aussicht in alle
Richtungen geniessen. Leider konnten wir kein gemeinsames Gipfelbild machen.
Auf unserem Rückweg nach Graen machten wir an der Kissinger-Hütte halt, um den
Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen. Zurück in Graen wurden wir von Fried
und Günter H. abgeholt. Die beiden hatten zwischenzeitlich unseren VDB-Bus
aufgetankt und einen gemütlichen Tag im Tannheimertal verbracht. Über
Hindelang, Sonthofen und Rettenberg fuhren wir nach Kranzegg zurück. Bei warmen
Temperaturen tranken wir auf der Terrasse die beiden 5-L-Fäßchen, welche von
Fried (2.) und Klaus (3.) beim Seifenkistenrennen an der Kerwe gewonnen wurden.
Nach dem Abendessen beim "Mohrenwirt" sahen wir uns die S-8-Filme von
Volker an. Außerdem legten wir unsere Tour für den nächsten Tag fest.
Mi. 18.10.: Am Morgen hatte es keinen Nebel, jedoch waren die Wiesen mit
Reif überzogen. Heute fuhren wir nach Tannheim und von dort mit der
Vogelhornbahn zu der Bergstation am Neunerköpfle. Vorbei an Schautafeln gingen
wir gemächlich in Richtung Landsberger-Hütte. Auf halber Strecke bestiegen
Klaus, Wolfram, Günter Z. und Rudi die Sulzspitze (2064m), während Günter H.,
Erich und Volker weitergingen. Kurz vor der Hütte trafen wir wieder zusammen
und mußten leider feststellen, dass diese geschlossen war. Einem Hinweisschild
folgend stiegen wir weiter hinab zum Traualpsee um in der dortigen
Traualpsee-Hütte einen Einkehrschwung einzulegen. Hier konnten wir beobachten,
wie ein Gastwirt aus Graen mit dem Materiallift Forellen anliefern ließ, um
diese dann im Traualpsee auszusetzen. Weiter gingen wir hinab zum Vilsalpsee
und an diesem vorbei zur Postbushaltestelle. Weil wir bis zur Abfahrt noch
etwas Zeit hatten, tranken wir im dortigen Cafe ein kühles Blondes. Mit dem
Postbus fuhren wir zurück nach Tannheim und mit dem VDB-Bus zurück nach
Kranzegg. Bernhard und Fried waren mit den Mountainbikes an der Iller entlang
nach Oberstdorf und an den Alpsee bei Immenstadt gefahren. Da der
"Mohrenwirt" heute geschlossen hatte, kehrten wir zum Abendessen in
die "Jägerhütte" beim "Geißstadl" ein. Hier herrschte eine
tolle Atmosphäre und das Essen war auch sehr schmackhaft. Erich ließ es sich
nicht nehmen die Getränke zu bezahlen, da er meinte, dass er uns das schuldig
sei. Zurück auf der Hütte kredenzte er uns auch noch einen guten Wiskey. Von
Rudi wurde dann ein Videofilm, den Walter G. bei unserer Bergtour im Wallis
1993 gedreht hatte, vorgeführt sowie noch einige ältere Dias gezeigt.
Do. 19.10.: Da für heute ein gemütlicher Tag geplant war, war erst um
8.30 Uhr Frühstück. Auf unserer Fahrt zum Campingplatz am Grüntensee machten
wir in Wertach halt, um dort Holzkohle, Fleisch, Würste und Brot für den
Nachmittag einzukaufen. Volker fuhr wieder zurück nach Rettenberg, um dort
einen Arzttermin wahrzunehmen, da er einen entzündeten Zehennagel hatte. Bei
unserer Wanderung um den Grüntensee machten wir in Haslach einen Halt und
trafen pünklich um 13.00 Uhr wieder mit Volker auf dem Parkplatz am Campingplatz
"Grüntensee" zusammen. Zurück auf der Alpe Halden wurde der Grill in
der Sonne angezündet und das 12.5-L-Keggy, das wir beim Ortsvereinschiessen
gewonnen hatten, angestochen. Später wurde dann Schafkopf gespielt und für
diejenigen, die das Spiel noch nicht konnten, ein Lehrgang abgehalten. Am Abend
gab es ein von Bernhard zubereitetes kalt warmes Buffet. Bei einem lustigen
UNO-Spiel wurde noch viel gelacht.
Fr. 20.10.: Zum Frühstück gab es heute wieder Rührei. Nach dem Frühstück
fuhr uns Volker an die Talstation der Mittagbahn in Immenstadt. Er wollte heute
etwas bummeln gehen und uns am Nachmittag an der Gunzesrieder-Säge wieder
abholen. Als wir mit dem Sessellift zur Bergstation fuhren, war es bewölkt und
die Temperaturen sowie der Wind waren auch nicht so angenehm. Über Mittag und
Bärenkopf strebten wir unserem ersten Ziel, dem Steineberg entgegen. Kurz vor
dem Gipfel machte sich bei Günter H. immer mehr seine Erkältung bemerkbar, so
dass er sich entschloß, nach Gunzesried abzusteigen. Hierbei wurde er von
Günter Z. begleitet. An der Steineberg-Felswand mussten wir noch eine Leiter
überwinden, bevor wir dann auf dem Gipfel des Steineberg (1660m) standen.
Mittlerweile hatte sich das Wetter gebessert und es wurde immer sonniger. Nach
einer kurzen Rast gingen wir im stetigen Auf und Ab unseren Weg in Richtung
Stuiben weiter, immer auf dem Kamm der Nägelfluhkette entlang mit Tiefblicken
nach links und rechts. Als wir dann auf dem Stuiben (1749m) standen strahlte
die Sonne von einem blauen Himmel. Bei einer Rast konnten wir einen tollen
Rundblick geniessen. Beim Abstieg zur Gunzesrieder-Säge gingen wir zum Teil
durch einen bunt verfärbten Herbstwald. Auch war es jetzt schön warm geworden.
Volker und die beiden Günter warteten schon auf uns. Auf dem Rückweg fuhren wir
noch einmal zur Mittagbahn. Hier hatte Wolfram sein Auto geparkt. Er
verabschiedete sich von uns und fuhr dann weiter nach Friedrichshafen, wo er
einen Motor abholen wollte, den er anschließend nach Ulm bringen musste. In
Rettenberg tranken wir in der Gartenwirtschaft der Engelbräu-Brauerei noch ein
Bier. Vor der Hütte treffen wir wieder mit Bernhard und Fried zusammen. Sie
waren den ganzen Tag mit dem Mountainbike unterwegs. Auf der Terrasse sitzend
genossen wir die warme Herbstsonne, bevor wir uns für den Abend zurecht
machten. Der Bedienung vom Mohrenwirt hatten wir versprochen, dass wir heute
noch einmal dort Abendessen würden. Auf unserem Weg dorthin wurden wir von
einem Mann angesprochen, der vom Dilsberg stammt und seit 40 Jahren in Kranzegg
wohnt. Als treue Gäste haben wir vom Mohrenwirt einen Schnaps spendiert
bekommen. Unseren Abschlussabend auf der Alpe Halden haben wir mit viel Gesang
und Gelächter verbracht. Beim Singen wurden wir von Bernhard mit dem Akkordeon
begleitet.
Sa. 21.10.: Nach dem letzten Frühstück auf der Hütte wurden die Fahrzeuge
wieder gepackt, die Betten abgezogen, das Geschirr gespült und die Zimmer
besenrein gemacht. Auf der Heimfahrt hatte es etwas geregnet, aber in
Oberflockenbach war es trocken. Wie immer wurde eine Tourenwoche in der
Feuerwache Ost bei einem Bier beschlossen.
Fazit: Mit der Alpe Halden als Unterkunft und dem herrlichen Herbstwetter
hatten wir ideale Vorraussetzungen für eine Tourenwoche, an der fast alle
Bergfreunde teilnahmen. Die Schwierigkeiten der Touren und der zeitliche
Aufwand dafür bewegten sich in einem Rahmen, der eigentlich jedem gerecht
wurde. Leider konnten wir, bedingt durch gesundheitliche Mängel (Hüftgelenk,
Achillessehne, Erkältung, entzündeter Zeh), nicht immer alles gemeinsam machen.
Bei den guten Geistern, die jeden Tag für ein schönes Frühstück gesorgt haben,
den Kachelofen einheizten oder sonst irgendwie zum reibungslosen Ablauf auf der
Hütte gesorgt haben, möchte ich mich herzlich bedanken.
Gez. Rudi