Bericht zur Bergtourenwoche vom 04.09. bis 11.09.2004 in Oberstdorf
Sa. 04.09.: Am Vorabend vor unserer Fahrt nach Oberstdorf hatten wir bereits unseren Bus gepackt.
Dabei konnten wir zusätzlich zu unserem Gepäck nur ein Fahrrad von Hans mitnehmen, da der Bus
ziemlich voll war. Hans hatte vor, nach unserer Tourenwoche mit dem Rad nach Hause zu fahren.
Als wir um 8.00 Uhr an der Feuerwache Ost losfuhren, wurden wir von Erich verabschiedet. Wie immer
stieg Klaus an der Peterskirche zu. Das von Hans spendierte Frühstück nahmen wir auf einem Parkplatz
an der A81 zu uns. Bei schönstem Wetter fuhren wir um 13.15 Uhr in Oberstdorf auf dem Rubi-Camp ein,
suchten uns einen Stellplatz aus und tranken bis zum Eintreffen der Besitzerin ein kühles Bier. Die
Stellplätze waren großzügig angelegt, so dass genügend Platz für unser Zelt, den VDB-Bus, vier
Mountainbikes und unseren Hausrat war. Mit den Rädern erkundeten wir Oberstdorf, wobei wir Walter
Merkel aus Großsachsen trafen. Zurück auf dem Rubi-Camp wurde das Abendessen zubereitet. Bei
sternenklaren Himmel tranken wir ein Betthupferl und beobachteten die Flugzeuge und Satelliten.
So. 05.09.: Um 7.00 Uhr waren wir aufgestanden. Nach dem Frühstück fuhren wir nach Riezlern ins
Kleine Walsertal. Auf dem Parkplatz an der Auenhütte stellten wir den Bus ab, marschierten zunächst
abwärts nach Wäldele (1145m) und von dort durch den Wald aufwärts über Steine und Wurzelwerk. Vorbei
am Jagdhaus und einer steinzeitlichen Fundstelle (ca. 8000 Jahre alt) führte uns der Weg zur
Gottesackerplateau-Alpe (1835m). Hier legten wir eine Rast ein. Dann ging es über das
Gottesackerplateau weiter zum Gasthof Bergadler. Hans und Fried klinkten sich hier aus, während
Klaus und Rudi weitergingen um auf den Hohen Ifen (2103m) zu steigen. Nach einer längeren Rast
gingen sie den Rückweg an und trafen auf dem Weg zur Auenhütte wieder auf die beiden anderen. Mit
einem Bier auf der Ifenhütte wurde der Flüssigkeitsverlust wieder ausgeglichen. Auf der Rückfahrt
zum Campingplatz kauften wir im Bahnhof von Oberstdorf noch ein Brot für unser Abendessen. Am Abend
tranken wir noch ein Bier auf der Terrasse vom Rubi-Camp. Es war wieder ein sternenklarer Himmel zu
sehen.
Mo. 06.09.: Heute war wieder um 7.00 Uhr wecken. Hans fuhr uns mit dem Bus nach Reichenbach
(870m). Von hier aus marschierten Klaus und Rudi über den Tobelweg zur Gaisalpe und vorbei am
unteren und oberen Gaisalpsee zur Geißfußscharte. Von hier hatten wir zwei Möglichkeiten auf das
Nebelhorn zu steigen. Wir entschieden uns für den Weg über den Grat zum Grundkopf (2063m) und weiter
zum Nebelhorn (2224m). Hier oben war bei herrlichem Wetter ein starker Andrang an Ausflüglern, die
mit der Bergbahn hier hoch gekommen waren. Während unserer Rast konnten wir die Startvorbereitungen
der Tandemflüge beobachten. Für den Rückweg zur Geißfußscharte wählten wir die zweite Variante und
stiegen von dort über den Gaisalpkopf (1953m) steil hinab zur Seealpe (1267m). Hier war eine
Trinkpause dringend erforderlich. Über den Fahrweg gingen wir zurück nach Oberstdorf, wo wir nach
7,5 Std. reiner Gehzeit wieder auf dem Campingplatz eintrafen.
Hans und Fried waren mit den Rädern unterwegs. Sie fuhren zunächst ins Stillachtal bis zur
Flugschanze und vorbei am Freibergsee zum Söllereck. Nach der Mittagspause fuhren sie nach Fischen
und über Sonthofen zurück zum Rubi-Camp. Als sie kurz nach uns eintrafen hatten sie ca. 70 km
zurückgelegt. Nach der Körperpflege gingen wir in die Campingklause auf dem benachbarten
Campingplatz zum Abendessen.
Di. 07.09.: Nach dem Frühstück fuhren wir nach Baad (1244m) im Kleinen Walsertal. Um 9.20 Uhr
gingen wir durchs Bärgundtal über einen schmierigen Weg zum Hochalppaß (1338m). Nach einer Pause
ging es weiter in Richtung Widdersteinhütte. Bald nach dem Hochalppaß zweigt der Steig auf den
Widderstein (2533m) ab, den Klaus und Rudi recht flott bestiegen. Auf der Terrasse der
Widdersteinhütte (2015m) trafen sie wieder auf Hans und Fried. Der Rückweg führte über den
Gemstelpaß und durchs Gemsteltal zurück nach Baad. Das Abendessen wurde wieder in der Campingklause
eingenommen.
Mi. 08.09.: Weil Ruhetag war, standen wir erst um 8.30 Uhr auf. Wie die Tage zuvor strahlte uns
auch heute ein blauer Himmel an. Nach dem der neue Tacho am Tourenrad von Hans montiert worden war,
fuhren wir mit den Bikes entlang der Iller bis Immenstadt und weiter an den Großen Alpsee. Hier
legten wir in einer Gartenwirtschaft eine längere Pause ein. Auf dem Rückweg machten wir noch einen
Halt in Sonthofen. Den Nachmittag verbrachten wir auf der Terrasse vom Rubi-Camp und den Abend in
der Campingklause, wobei dem einen oder anderen der Alkohol leichte Probleme verursachte.
Do. 09.09.: Klaus und Rudi wollten heute auf das Mädelegabel (2645m) steigen. Nachdem Hans die
beiden bis zur Fellhornbahn gefahren hatte, fuhren sie mit den Mountainbikes die 4,5 km bis nach
Einödsbach. Von hier aus waren 3 Std. für den Weg zum Waltenberger-Haus (2084m) angegeben. Nach
1 ¾ Std. standen sie vor der Hütte, legten dort eine Pause ein und gingen dann den steilen Anstieg
zur Bockkar-Scharte (2500m) an. Von dort führte ein leichter Abstieg über ein Schneefeld zum steilen
Einstieg aufs Mädelegabel. Um 13.30 Uhr standen sie auf dem Gipfel und genossen, nach den
Anstrengungen des Aufstiegs, einen herrlichen Rundblick. Nach einer halbstündigen Pause gingen sie
wieder den gleichen Weg zurück nach Einödsbach. Sowohl auf dem Waltenberger-Haus als auch in
Einödsbach legten sie eine Trinkpause ein. Mit einer Gehzeit von 6 ¾ Std. waren sie schnell unterwegs
und die Rückfahrt mit den Bikes zum Campingplatz wurden ebenfalls flott zurückgelegt.
Hans und Fried waren mit den Rädern zum Giebelhaus im Hintersteinertal gefahren und hatten dabei
wieder ca. 70 km zurückgelegt. Als "Stammgäste" bekamen wir heute vom Wirt in der Campingklause
einen Schnaps spendiert.
Fr. 10.09.: Heute fuhren wir an die Talstation der Kanzelwandbahn in Riezlern und fuhren in
einer 6er-Gondel zur Bergstation. Von hier stiegen wir zunächst etwas ab und dann hoch zur
Bergstation der Fellhornbahn. In der dort untergebrachten Bergschau informierten wir uns über die
Entstehung der Alpen und die alpine Flora und Fauna. Auf unserem weiteren Weg über Fellhorn und
Söller zum Söllereck hatten wir bei strahlend blauem Himmel eine tolle Rund- und Fernsicht über die
Allgäuer Alpen. Nach der Mittagsrast am Söllereck führte uns der Weg zurück nach Riezlern. An der
Talstation zeigte das Thermometer 31 Grad. Nach unserer Rückkehr auf dem Campingplatz und der
nötigen Körperpflege fuhren wir mit den Rädern zum Einkaufen nach Oberstdorf. Nach dem selbst
zubereiteten Abendessen saßen wir noch lange unter einem klaren Sternenhimmel und tranken ein
Abschlussbier. Die milde Luft kündigte einen Wetterumschwung an.
Sa. 11.09.: Wegen einer Viehscheid, welche gegen 9.00 Uhr am Rubi-Camp vorbeiführen sollte,
waren wir schon um 7.00 Uhr aufgestanden, hatten gepackt, bei leichtem Regen gefrühstückt und uns
um 9.00 Uhr von Hans verabschiedet. Bedingt durch einen längeren Stau waren wir kurz vor Pforzheim
von der Autobahn abgefahren und über Land bis Bruchsal gefahren. Kurz nach 14.00 Uhr waren wir in
Birkenau und haben dort Klaus abgeladen. Nach Oberflockenbach zurückgekehrt haben wir noch das Zelt
gereinigt und in der Feuerwache Ost ein Bier getrunken.
Bei durchweg herrlichem Bergwetter erlebten wir eine tolle Woche mit fünf Gipfelbesteigungen und
vielen Radkilometern. Schade war nur, dass wir nicht alle gemeinsam auf einem der Gipfel stehen
konnten.
Gez. Rudi