Bericht zur Bergtourenwoche vom 04. bis 11.09.1999 in St. Moritz

In diesem Jahr ging es wieder einmal ins Oberengadin nach St. Moritz, welches zum Kanton Graubünden gehört. Freitags bereits gepackt fuhren wir am Samstag morgen pünktlich um 6.00 Uhr los. Fried und Lux duellierten sich vorher noch bei einem wichtigen Geschäft in der Feuerwache Ost und dies in zwei verschiedenen Etagen. Lux bekundete seine Bereitschaft zu fahren. Hans, der von Rudi abgeholt wurde, fungierte als aufgeweckter Beifahrer. Auf der mittleren Dreierbank belegten Rudi, Fried sowie Klaus, der an der Peterskirche zugestiegen war, die Plätze. Die hintere Bank war wegen der Bike`s ausgebaut worden. Ab 6.30 Uhr gings dann auf der BAB 5 nach Süden. In Basel über die Grenze, weiter Richtung Zürich, am Zürich- und Walensee vorbei in Richtung Chur und bei Tiefencastel über den Julierpass nach Silvaplana. Getankt haben wir, laut Vorgaben des Vorstands, erst in der Schweiz, da das Benzin dort billiger ist, als bei uns. Nur sollte der Urlaubskassenführer Rudi das Tanken bezahlen, doch mit Belgischen Franc und ohne den daheim gebliebenen Schweizer Franken war das schlecht möglich.

St. Moritz-Bad, bzw. den Campingplatz Olympiaschanze erreichten wir um 13.30 Uhr. Das Wetter versprach nichts gutes. Am Julier nieselte es bereits auf der Anfahrt. Nach Platzsuche wurde das VDB-Zelt auf dem unteren Teil des Campingplatzes errichtet. Für Aufregung oder auch Bewunderung sorgte das Feldbett von Lux, ebenso die fehlende Fußmatte vor dem Zelt. Auf ausdrückliche Anweisung wird jetzt schriftlich festgehalten, daß unser ZbV Hans schwer gearbeitet hat, in dem er Wasser geholt, den Regler an der Gasflasche angeschlossen und ein paar Zeltheringe eingeschlagen hatte. Eine halbe Stunde nach erfolgreichem Aufbau stellte sich Dauerregen ein. Wir packten unseren Grill mit Eßbarem und gingen in ein großes Gästezelt auf dem oberen Platz neben dem Waschhaus. Mit einer echten Kochmütze ging Hans ans Werk. Ab sofort trug er meist für den Salat die Verantwortung. Die Steaks wurden auf Freddy`s Grill zubereitet. Beim Salat passierte dann ein Mißgeschick. Zu viel Pfeffer machte ihn nicht gerade zum Gaumenschmaus. Den Ausgleich brachte der Wurzelschnaps von Hans. Es war kalt, lustig, aber doch nicht gemütlich genug. Zeitig gingen wir ins Bett.

Am Sonntag stiegen wir gegen 8.00 Uhr auf. Um 10.00 Uhr fuhren wir mit den Mountainbikes bis Maloja und machten am dortigen Campingplatz eine Pause. 15 Jahre alte Erinnerungen wurden wach. Sie begleiteten uns noch des öfteren. Wir fuhren wieder zurück und pausierten nochmals am St. Moritzer See. Bei der Weiterfahrt zum Staazer See erlitt die gut gepflegte High-Tech-Schaltung von Hans einen Defekt. Dieser war nicht mehr reparapel, so daß er ab jetzt mit einem 3-Gang-Rad fuhr. Am Staazer See tranken wir das erste Bier, einen Kübel. Nach 52 km strampeln und Rückkehr auf dem Campingplatz pflegten wir unser Äußeres. Nach dem Essen spazierten wir nach St. Moritz und zurück. Gegen 22.00 Uhr war Bettruhe angesagt.

Am Montag mußte Lux passen, da er schon auf der Anfahrt über Magen-Darm-Probleme klagte. Er machte eine Besorgung in der Apotheke und besorgte für Hans und Klaus Fränkli. Die mühselig beschaffte Schraube für das Bike von Hans konnte leider nicht zur endgültigen Reparatur beitragen. Anschliessend wanderte Lux zur Olympiaschanze und nach Hahnensee. Die anderen Vier machten sich auf den Weg zum Piz Lunghin (2780m). Anscheinend problemlos waren sie, zur Verwunderung von Lux, bereits um 14.30 Uhr zurück. Hans als ZbV und Lux wurden zum Einkaufen geschickt. Lux kannte den Denner-Laden und zeigte Hans auch gleich die Kneipe an der Kunsteisbahn. Durch diese gut gemeinte Erkundung wurde es natürlich etwas später, was den Frust des Vorstandes mit Unterstützung der Daheimgebliebenen hervorrief. Gemeinsames Einkaufen von Hans und Lux war ab sofort Tabu. Nur der kredenzte Rose Wein, den die Beiden mitgebrachthatten dämpfte vor und während des Essens die Stimmung.

Am Dienstag war Radfahren angesagt. Zum St. Moritz See, weiter nach Morteratsch bis zur Talstation Diavolezza. An der Seilbahn kurz verweilt pausierten wir vor der Abfahrt eine oder zwei Dosenbierlängen. Eigentlich wäre es schon genug gewesen, aber ein Abstecher ins Val Rosseg mußte noch sein. Diesmal rannten wir nicht hinter den Pferdekutschen her, sondern wir überholten sie. Nach kurzer Pause wiederrum zum Staazer See, um dort mit zwei Kübeln wieder den Flüssigkeitshaushalt aufzuladen. Eigentlich wollten wir ins Eisstadion zum Essen. Leider gab es erst ab 18.00 Uhr warme Gerichte, so daß wir im Denner Ravioli kauften und diese daheim zubereiteten. Die Tagesetappe per Rad betrug diesmal 56 km.

Zur Teilung der Woche führte die Tour auf den Piz Mezdi (2992m). Eine Überschreitung über Rosatsch usw. erschien zu lange. Doch die Aussicht auf die herrliche Bergwelt mit Palü, Bernina mit Biancograt, Bellavista usw. war gigantisch. Nach dieser Oma-Tour gingen wir endlich ins Eisstadion zum Essen.

Am Donnerstag hieß es für Rudi und Klaus, nichts wie auf den Palü (3905m). Gemeinsam fuhren wir mit der Seilbahn zur Bergstation Diavolezza. Rudi und Klaus gingen los und trafen uns wie abgemacht um 17.00 Uhr bei Morteratsch wieder. Fried, Hans und Lux stiegen bequem auf den Mont Pers (3297m). Sie konnten zwei Adler beobachten. Außerdem flog ständig der Heli Ausrüstung und ein Filmteam auf den Palü. Das Filmteam war uns im Rossegtal bereits aufgefallen. Wie Rudi und Klaus berichteten drehten sie dort einen Film, der eigentlich auf dem Grand Paradiso spielt. Die Madonna vom Paradiso stand nämlich auf dem Palü. Nach Abstieg der Palü-Bezwinger und den Abstieg auf einem herrlichen Höhenweg, dank unserem Tourenplaner, trafen wir uns bei Morteratsch wieder. Das Essen im Eisstadion rundete den Tag ab.

Der letzte aktive Tag der Woche wurde mit einer Radtour ins Fex-Tal abgerundet. Auch gepflegte Räder haben Defekte. So mußte Fried seine Kette kürzen. Nach einiger Anstrengung erreichten wir das herrliche Tal. Diesmal überholten wir sogar einen 5-Spänner. Die Jagd war offen und so konnten Hans und Lux den Abschuß von zwei Murmeltieren beobachten. Die anderen VDB´ler tobten sich talaufwärts noch etwas aus. Nach einem Bier in einer gemütlichen Gartenwirtschaft waren wir zeitig auf unserem Campingplatz zurück. Diesmal begleitete der Vorstand persönlich den ZbV beim Einkaufen. Gemütlich wurde der letzte Abend verbracht.

Fast trocken konnten wir unser Zelt am Samstag morgen einpacken und abreisen. Nach zügiger Fahrt nahmen wir in Weil am Rhein die traditionelle Portion Fleischkäse mit Pommes zu uns. Ein schwerer Unfall vor Karslruhe verzögerte unsere Heimfahrt unwesentlich. Klaus lieferten wir in Weinheim ab. Der Rest ist aus allen vorhergehenden Urlaubsberichten zu entnehmen.

gez. Erich