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Bericht zur Bergtourenwoche vom 31.08. bis 07.09.1996
Teilnehmer: Hans, Klaus, Fried und Rudi
Sa. 31.08.: Wie üblich hatten wir am Abend zuvor unseren "neuen" VDB-Bus beladen und konnten
so pünktlich um 5.00 Uhr starten. Mit frischen Brötchen und der neuesten WN-Zeitung versorgt,
fuhren wir nach Weinheim zur Peterskirche, um dort Klaus aufzunehmen. An der Raststätte
"Allgäuer Tor" legten wir unsere erste Pause ein. An Stelle von Rudi betätigte sich dann
Klaus als Fahrer. Wir hatten uns entschlossen über die alte Brennerstraße nach Italien
einzureisen. Durch zwei Baustellen und starkes Verkehrsaufkommen wurden wir aber zur Geduld
gezwungen. Durch das Gardertal und über den Falzaregopass (bei Regen) erreichten wir den
Campingplatz Olympia bei Cortina nach 13 Std. und 660 km. Nach dem Zeltaufbau und dem
Einrichten konnten wir unser Abendessen, in Form von Steaks vom Grill mit Käse überbacken
und einem Paar Bratwürste als Nachtisch, einnehmen. Quellreines Schmucker-Bier zum
nachspülen und Lützelsachsener Spätburgunder als Nachttrunk dienten als Flüssignahrung.
So. 0l.09.: Als wir um 8.00 Uhr aufstanden, erwartete uns strahlender Sonnenschein, so
dass wir nach dem Frühstück, vom Campingplatz aus, unsere erste Tour angehen konnten. Bis
zur Abzweigung zur Ferrata Boveta waren wir etwa 1 1/2 Std. unterwegs und nach einer
weiteren 1/2 Std. Wegstrecke begann der eigentliche Klettersteig. Gleich der Einstieg
war etwas heikel, jedoch wurde im Laufe der Tour das Gefühl für den Klettersteig immer
besser. Um 12.30 Uhr standen wir auf dem Gipfel des Col Rosa (2166m) und konnten von
hier einen herrlichen Blick hinab auf Cortina genießen. Der Abstieg führte uns in 2 Std.
über den Normalweg zurück zum Campingplatz, wobei es mittlerweile zu regnen begonnen
hatte. Nach einem Capuccino fuhren wir zu einem Bummel nach Cortina. Der Regen wurde
immer heftiger und die Temperatur immer ungemütlicher. Zurück auf dem Campingplatz konnten
wir, bei jetzt wieder trockenem Wetter, unser Abendessen, mit der selben Speisefolge wie
am Vortag, einnehmen. Als wir gegen 23.00 Uhr zu Bett gingen strahlten sogar ein paar
Sterne am Himmel.
Mo. 02.09.: Nach dem wecken um 7.00 Uhr und dem Frühstück fuhren wir gegen 8.30 Uhr bei
herrlichem Wetter zur Dibona-Hütte, wo wir unsere zweite Tour begannen. Nach ca. 1 Std.
Gehzeit erreichten wir den Feratta Lipella. Gleich zu Beginn mussten wir zuerst über
Leitern und dann durch einen 800m langen und stockfinsteren Tunnel aufsteigen. Mit der
Zeit verschlechterte sich das Wetter immer mehr und auch etwa 30 weitere Feratta-Geher
erlaubten kein schnelleres fortkommen. An der ersten Abstiegsmöglichkeit gingen nur noch
wir Vier, eine Zweiergruppe und ein Einzelner vor uns, den weiteren Verlauf des
Klettersteigs an. Später folgte noch eine Dreiergruppe. Bei leichtem Regen und kühlen
Temperaturen führte uns die Route durch die vereiste und ausgesetzte NW-Wand der
Tofana di Rozes. Die Zweiergruppe hatte uns mittlerweile den Vortritt gelassen. An der
zweiten Abstiegsmöglichkeit, etwa eine 1/2 Std. vor dem Gipfel, einigten wir uns, den
Gipfel ohne Rucksack und trotz schlechter Sicht zu besteigen. Gegen 14.45 Uhr hatten
wir unser Ziel in 3225m Höhe erreicht. Null Aussicht und ein kalter Wind ließen nur eine
kurze Gipfelrast zu. Zurück bei den Rucksäcken, begann die Suche nach der schlecht
gekennzeichneten Abstiegsspur. Vorbei an der alten Cassiuti-Hütte und verfallenen Stellungen
und Unterständen aus dem ersten Weltkrieg, erreichten wir nach 8 1/2 Std. wieder die
Dibona-Hütte. Heute Abend sind wir dann zum erstenmal in das Campingplatz-Restaurant zum
Pizzaessen eingekehrt.
Di. 03.09.: Es regnete als Rudi um 7.00 Uhr weckte, deshalb wurde beschlossen einen
Ruhetag einzulegen. Später fuhren wir mit dem Auto zunächst nach Innichen. Bei jetzt
schönem Wetter unternahmen wir einen Bummel über den Markt im Zentrum der Stadt. Einem
kurzen Besuch in Sexten folgte ein Rundgang durch Alt-Toblach. In einem Staßencafe
machten wir eine Pause. Auf Vorschlag von Hans wurde dann anschließend für das Abendessen
eingekauft. Zurück in Cortina wurde sofort mit der Zubereitung des 5-Gänge-Menüs begonnen.
Einer Kaltschale aus herbfrischen Veltins folgte als zweiter Gang ein bunter Salat aus
Tomaten, Paprika, Eiern, Zwiebeln, Knoblauch und Wurst. Der dritte Gang war ein Steak
mit Käse überbacken und gedünsteten Zwiebeln. Ein Paar Bratwürste mit frischem Weißbrot
als vierten Gang und ein Eis als Gang Nr.5 beendeten ein zweistündiges gemütliches Essen.
Als Gute-Nacht-Trunk musste eine Flasche Valpolicella herhalten.
Mi. 04.09.: Um 7.00 Uhr wurde geweckt und nach dem Frühstück die Fahrt zur Sesselliftstation
Pie Tofana unternommen. Der Sessellift brachte uns über die Olympia-Abfahrtsstrecke zur
Station Pomedes. Von hier aus waren wir dann 4 Std. über den Ferrata Olivieri bis zum
Gipfel der Tofana di Mezzo (3244m) unterwegs. Dieser Klettersteig war von seiner Anlage
her der schönste den wir bis her gemacht hatten. Teilweise boten sich uns senkrechte
Tiefblicke von über l00m. Als wir um 13.00 Uhr auf dem Gipfel standen war auch hier die
Aussicht gleich Null. Mit der Seilbahn fuhren wir bis zur Mittelstation zurück und nach
einem kurzen Marsch erreichten wir wieder unseren Bus. Bei jetzt wieder schönem Wetter
legten wir auf der Rückfahrt noch einen Stop bei der Bobbahn von Cortina ein. Auf den
Campingplatz zurückgekehrt bekamen wir Besuch von Adolf und Gitte. Die mitgebrachte
Flasche Williams wurde geöffnet und überlebte den folgenden Abend nicht. Heute wurde
dem Restaurant der zweite Besuch abgestattet.
Do. 05.09.: Das heutige Ziel unserer vierten Tour lag gegenüber dem Campingplatz, hieß
Punta Fiames und war über den Ferrata Strobl zu erreichen. Bei herrlichem, warmen Wetter
sind wir um 8.00 Uhr aufgestanden und gegen 9.30 Uhr am Campingplatz losmarschiert. Als
wir dann um 12.00 Uhr auf dem Gipfel (2300m) standen ging ein kalter Wind und es regnete
heftig. Der Normalweg zurück führte durch eine steile Schuttführe, was ein schnelles
Absteigen ermöglichte. Das Wetter war wieder schön und warm geworden als wir gegen 14.00
Uhr auf dem Campingplatz eintrafen. Am späten Nachmittag unternahmen wir einen
Einkaufsbummel (Essen und Trinken) in Cortina. Das folgende, von den Salatköchen Hans
und Rudi zubereitete Abendessen, stillte den Bärenhunger schnell. Als Hauptgang wurde
heute ein, mit einem Spiegelei garnierter, gefüllter Schweinebauch vom Grill serviert.
Ein starker, kalter Wind ließ den Abend vor dem Zelt ungemütlich werden.
Fr. 06.09.: Am Abschlusstag hatten wir den ganzen Tag herrliches Wetter bei einem
frischen Wind. Nach einem gemütlichen Frühstück fuhren wir mit den Mountainbikes ans
andere Ende von Cortina zur Olympiaschanze. Über einen teils steilen Höhenweg fuhren
wir zurück ins Zentrum. Auf einer windgeschützten Terrasse wurde eine Mittagspause
eingelegt, bevor wir zum Campingplatz zurückkehrten. Mit einem letzten Besuch im
Restaurant wurde dieser herrliche Tag beendet.
Sa. 07.09.: Nach einer kalten Nacht sind wir um 7.20 Uhr aufgestanden. Nach dem das Zelt
abgebaut und alles verpackt war, wurde noch bei leichtem Schneefall gefrühstückt und um
9.05 Uhr die Heimfahrt angetreten. Durch das Pustertal und über die Autobahn fuhren wir
um 12.15 Uhr bei Schneefall über den Brenner. Bedingt durch starken Verkehr überquerten
wir kurz vor 15.00 Uhr die Grenze bei Füssen. Auf der Autobahn war der Verkehr dann
nicht mehr so stark, so dass wir um 19.00 Uhr in Birkenau unseren Bergfreund Klaus
ausladen konnten. Vor der Feuerwache Ost wurde eine schöne Tourenwoche beendet, die
Apettit auf weitere Klettersteige gemacht hat.
gez. Rudi |