Bericht zur Bergtourenwoche vom 02. bis 09.09.1995 im Ötztal

Teilnehmer: H. Müller; G. Zumsteg; M. Weigold; E. Pohl; R. Schmitt;F. Schmitt; K. Speicher;

Samstag 02.09.: Gegen 5.00 Uhr haben sich alle Teilnehmer am Feuerwehrgerätehaus zur gemeinsamen Abfahrt getroffen. Am Wegweiser bog Erich in Richtung Weinheim ab, um Klaus mitzunehmen. Mit Günter als Fahrer ging die Fahrt zügig bis zur Autobahnraststätte "Allgäuer Tor", wo die erste Pause eingelegt wurde. Unterwegs wurden wir von Erich überholt, der das offentsichtlich nicht gemerkt hatte. Fatal daran war, daß Erich das gemeinsame Frühstück bei sich hatte. Am Grenzübergang Füssen wurden wir durch einen eifrigen Zöllner aus Österreich gebremst. Kurz vor dem Parkplatz "Zugspitzblick" trafen wir dann Erich und Klaus auf einem Parkplatz. Nach dem gemeinsamen verspäteten Frühstück mit Frikadellen, Gurken und Brot wurde die Fahrt in Richtung Ötztal fortgesetzt. Je näher wir unserem Zielort kamen, um so schöner wurde das Wetter. Bei unserer Ankunft in Vent (1900m) gegen 13.30 Uhr war es sonnig und warm. Bei der anschließenden 2 stündigen Wanderung zur Martin-Busch-Hütte (2501m) kamen wir doch etwas ins schwitzen. Die Zimmer dieser Hütte waren mit Etagenbetten und fließend Wasser ausgestattet. Zum Abendessen gab es Kassler mit Kartoffeln und Kraut, sowie Kaiserschmarrn als Dessert.

Sonntag 03.09.: Um 6.45 Uhr war allgemeines aufstehen mit anschließendem Frühstück. Bedingt durch die Schneefälle der vergangenen Tage wurde die Aufstiegsroute zur Similaunspitze geändert. Um 8.00 Uhr marschierten wir über den Niederjochferner zur Similaun-Hütte (3019m), wo wir einen Teil unserer Ausrüstung hinterlegten, um dann ca. 1.5 Std. (12.15 Uhr) zur Similaunspitze (3605m) aufzusteigen. Das Wetter hatte sich inzwischen verschlechtert und hier oben war es windig und kalt. Gegen 14.00 Uhr trafen wir dann vereinzelt auf der Similaun-Hütte ein. Diese private Hütte machte einen schönen und sauberen Eindruck, was auch das Lager bestätigte. Am späten Nachmittag setzte dann Schneefall ein, der bis zum Abend dauerte. Bei leichter Bewölkung und sternenklarem Himmel gingen wir zu Bett.

Montag 04.09.: Nach dem Fühstück sind wir gegen 8.00 Uhr in Richtung Hauslabjoch marschiert. Es war kalt und es schneite leicht, dann wieder kam die Sonne durch. Die Spur zum Joch mußten wir selbst finden und nach etwa 2 Std. Aufstieg waren wir am Hauslabjoch (3279m) angekommen. Unterwegs machten wir einen kurzen Halt an "Ötzis Fundstelle". Die geplante Besteigung der Fineilspitze und des Hauslabkogels fiel den schlechten Bedingungen zum Opfer. Der Weg zum Bella-Vista-Haus führte über den ungespurten Gletscher. Nach zwei vergeblichen Versuchen, bei denen Erich und Fried bis zur Hüfte in Gletscherspalten einbrachen, diesen zu überqueren, traten wir den Rückweg nach Vent an. Einer uns nachfolgenden Gruppe rieten wir ab den Weg über den Gletscher zu versuchen. Später erfuhren wir, daß sie es trotzdem versucht hatten und dabei eine Person 4m tief in eine Spalte gestürzt war. In Vent konnten wir im "Haus Elisabeth" bei Familie Scheiber eine günstige Unterkunft finden. Den Abend verbrachten wir in der "Milch-Bar".

Dienstag 05.09.: Nach dem guten und reichhaltigen Frühstück berieten wir uns, wie wir weiter vorgehen wollen. Wir beschlossen, daß wir zur Breslauer-Hütte (2840m) aufsteigen um von dort am nächsten Tag zur Wildspitze aufzusteigen. Günter hatte wunde Zehen und blieb deshalb in Vent zurück, ebeso wie Hans. Bei gutem Wetter sind wir zuerst nach Stablein (2379m) und dann weiter zur Breslauer-Hütte aufgestiegen. Unterwegs haben wir von absteigenden Bergsteigern erfahren, daß diese zwei vergebliche Aufstiege zur Wildspitze versucht hatten. Nach ca. 3.5 Std. sind wir auf der Breslauer-Hütte eingetroffen. Die weiteren Informationen, die wir dort erhielten, bewogen uns nach Vent zurück zukehren. Der Rückweg wurde durch die Fahrt mit dem Sessellift von Stablein nach Vent verkürzt. Am Abend war in der "Milch-Bar" Grillabend, was bedeutete, daß man für ÖS 140.- soviel essen konnte wie man wollte. Zurück im "Haus Elisabeth" organisierte Erich noch 3 Flaschen "Kalterer-See" als Betthupferl.

Mittwoch 06.09.: Für Heute stand eine leichte Wanderung zum Hochjoch-Hospiz (2413m) auf dem Plan. Das Wetter war wie fast jeden Morgen wieder schön. Günter machte, wegen seiner Blasen, nur einen Teil dieser schönen Wanderung mit. Auf dem Rückweg wurde eine längere Rast auf den Rofenhöfen eingelegt. Am Abend trafen wir zwei Bergsteiger, die wir am Tag zuvor auf der Breslauer-Hütte gesehen hatten. Diese sagten uns, daß sie heute auf der Widspitze gewesen seien. Beim Abendessen in der "Milch-Bar" beschlossen wir am nächsten Tag unseren Versuch vom Dienstag zu wiederholen.

Donnerstag 07.09.: Heute fahren Erich und Günter nach Hause. Wir Fünf fahren mit dem Sessellift nach Stablein und steigen von dort zum Wilden Mannle (3019m) auf. Das Wetter hat sich mittlerweile verschlechtert als wir vom Wilden Mannle ab- und zur Breslauer-Hütte aufsteigen, wo wir gegen 14.00 Uhr eintreffen. Die lange Zeit bis zum Bett gehen überbrücken wir mit Schnauz und Mau-Mau. Am späten Nachmittag fängt es erst an zu regnen und dann zu schneien. Unter diesen Bedingungen war an eine Besteigung der Wildspitze am nächsten Tag nicht zu denken. Mit dem Gedanken am nächsten Tag die Heimreise anzutreten gingen wir ins Bett.

Freitag 08.09.: Strahlendblauer wolkenloser Himmel und etwa 15cm Neuschnee vor der Hütte. Dies war die traumhafte Aussicht, als Fried gegen 6.30 Uhr aus dem Fenster sah. Kurz vor 7.00 Uhr ging ein Bergführer mit 2 Personen den Weg zur Wildspitze. Im folgten wenig später noch andere Gruppen, die die Nacht auf der Breslauer-Hütte verbracht hatten. Beim Frühstück beschlossen wir ebenfalls die Tour auf die Wildspitze zu versuchen. Mit wenig Rucksackgepäck verliesen wir um 8.15 Uhr die Hütte und folgten der frischen Spur in Richtung Mitterkarjoch. Wir kamen gut voran und überholten bis zum Joch alle Gruppen, bis auf den Bergführer. Der Aufstieg zum Joch war sehr steil und damit eigentlich die einzige Schwierigkeit bis hier her. Auf dem Joch (3468m) fegte ein kalter Wind als wir uns anseilten und der Spur des Bergführers auf die Wildspitze (3770m) folgten, auf der wir um 12.00 Uhr eintrafen. Teilweise wolkenverhüllt und teilweise bei Sonne traten wir etwa 1/2 Std. später den Rückweg an. Ab dem Joch war die Spur schon stark ausgetreten und man mußte bei jedem Schritt aufpassen, sonst versank man bis über die Knie im Schnee. Auf der Breslauer-Hütte wurde der Gipfeltrunk nachgeholt und gegen 17.00 Uhr auf der Terrasse von "Haus Elisabeth" wiederholt. Das Abschlußessen wurde dann wieder ¡n der "Milch-Bar" eingenommen.

Samstag 09.09.: Nach dem letzten Fühstück im "Haus Elisabeth" sind wir kurz vor 9.00 Uhr, mit Fried als Fahrer, aus Vent weggefahren. Die Fahrt bis zur Grenze in Pfronten verlief proplemlos, jedoch kurz nach der Grenze standen wir schon. Nach etwa 1.5 Std. hatten wir diesen Rückstau durch Pfronten und Nesselwang hinter uns. Am Memminger Kreuz kamen wir noch einmal in einen kurzen Stau. Eine Mittagsrast legten wir gegen 14.00 Uhr in der Raststätte Lonetal ein. Nach dem wir Klaus in der Weststadt abgesetzt hatten trafen wir um 18.00 Uhr in Oberflockenbach ein. Trotz der ungünstigen Schneeverhältnisse konnte eine erfolgreiche Tourenwoche bei einer Flasche Bier im Feuerwehrgerätehaus beschlossen werden.

gez. Rudi