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Bericht zur Bergtourenwoche vom 05. bis 10.09.1992
Die Bergfreunde Rudi, Fried, Wolfram, Hans und Erich waren die 50% des VDB, die sich an
der Urlaubswoche 1992 beteiligten.
Freitags abends wurde wie üblich der VDB-Bus an der Feuerwache Ost bepackt, um dann
Samstags verspätet (6.08 Uhr) mit Rudi als Fahrer in die Schweiz zu fahren. Die Grenze
bei Weil am Rhein erreichten wir um 8.20 Uhr und die traditionelle Rast am Teufengraben
machten wir um 9.01 Uhr. Der von hier aus mögliche Blick ins Berner Oberland zum
Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau blieb uns auch diesmal versagt. Um 10.40 Uhr waren
wir in Kandersteg bei kaltem, nebligem Wetter. Mit 20,- SFr. hat man die Chance bei der
Fahrt durch den Lötschberg auf besseres Wetter zu hoffen. Diese Hoffnung erfüllte sich
auch größtenteils. Um 12.20 Uhr kamen wir in Saas Grund (1559m) am Campingplatz an. Nach
der Anmeldung um 13.00 Uhr und Auswahl eines Zeltplatzes wurden mit großer Mühe die
Schlafgemächer aufgepumpt. Der erste Fassbieranstich (5l) ließ nicht lange auf sich
warten. Eine kurze Wanderung den Kapellenweg hinauf nach Saas Fee und ein Wirtschaftsbesuch
verkürzten den Anreisetag.
Um 10.00 Uhr standen wir bei klirrender Kälte (-4Grad C) auf. Fried und Erich hatten
beschlossen den Höhenweg vom Kreuzboden (259?m) aus zur Allmageller Hütte zu gehen.
Rudi, Hans und Wolfram fuhren mit der Bergbahn ebenfalls bis Kreuzboden, um zu Fuß auf
die Hohe Saas zu steigen (3100m). Von hier haben sie einen idealen Ausgangspunkt für
die Besteigung des Weismies. Fried und Erich konnten auf dem Höhenweg die Musik beim
Saaser Treffen in Saas Fee hören.
Kurz nach 6.00 Uhr wurden Rudi, Hans und Wolfram auf Hohe Saas verspätet geweckt.
Abmarsch war um 7.10 Uhr und auf dem Gipfel (4023m) standen sie 10.20 Uhr. Wenig später
traten sie den Rückweg an und waren um 13.00 Uhr wieder an der Hütte, wo sie noch 34,- SFr.
für Übernachtung mit einem Essen zu zahlen hatten. Nachmittags trafen sie Fried und Erich
wieder am Kreuzboden.
Etwa um 10.00 Uhr sind wir aufgestanden um zu frühstücken. Das Wetter war nicht gut, deshalb
um so kritischer die Betrachtung über den Aufstieg auf die Mischabelhütte. Nach Telefonat
und einigem Hin und Her entschieden wir uns für den Aufstieg. Die kleine Gondelbahn zur
Hannig nutzten wir um die Tour um ca. l Std. zu verkürzen. ( 15.55 Uhr bis 16.55 Uhr )
Während des stetig steilen Aufstiegs hoch hinaus über Saas Fee, sahen wir erstmals aus
einer Entfernung von nur 4-5m Steinböcke ( keine Gemsen!!!). Hier passierte Erich ein
Missgeschick beim Film wechseln, so dass ab jetzt nur noch Rudi fotografierte. Auf der
Mischabelhütte angekommen trockneten wir die Kleider und löschten den Durst. Die
Übernachtung mit Frühstück und das Abendessen kostete 54,- SFr.
Nach dem Frühstück brachen wir bei schlechten Wetterbedingungen auf (6.15 Uhr), um das
Nadelhorn (4327m) zu ersteigen. Für Fried und Erich war es bereits der zweite Versuch und
das dritte Mal, dass sie auf der Mischabelhütte waren. Der Aufstieg verlief zügig, alle
waren fit. Am Frühstücksplatz angekommen, stiegen wir auf dem Gletscher durchs Windjoch,
am sehr steilen Eisfeld entlang zum Grat, der zum Gipfel führt. Die Bedingungen waren
hier jedoch so schlecht, dass wir einheitlich umkehrten. Die Höhe betrug ca. 4100m, also
nur noch etwas weiter als ein "Steinwurf" vom Gipfel entfernt. Man muss diese Umkehr
unbedingt als alpinistische Stärke und als Entscheidung der Vernunft betrachten. Nach
einer kurzen Rast in der Mischabelhütte und fassen des zurückgelassenen Proviants, ging
es rasch abwärts nach Saas Fee (12.15 Uhr). Am Campingplatz "Am Kapellenweg" kamen wir
um 15.15 Uhr an.
Was sollten wir jetzt noch unternehmen? Matterhorn oder Dufourspitze? Nein, nichts mehr.
Das Wetter verhieß außerdem nichts gutes. So beschlossen wir sofort heimzufahren (11.23 Uhr).
Die Rechnung für den Platz beglich Erich bei "Hans" und mit einem neu erlernten Gruß,
dem "Tschüsch" fuhren wir nach Hause. Es lief wie am Schnürchen. In Goppenstein fuhren wir
sofort auf den Zug und ab ging es nach Kandersteg. Da wir keine Fränkli für den Eintritt
zum Blausee opfern wollten, fuhren wir gleich weiter. Auf der weiteren Heimfahrt gab es
noch einen sehenswerten Almabtrieb und einige km Stau auf der Autobahn. Doch mit
Fleischkäse, Spiegelei und Pommes im Bauch (Weil am Rhein) war auch dies erträglich.
Fazit: Wir sind um einige Erfahrungen reicher geworden!
gez. Erich |