Bericht zur Bergtourenwoche vom 03. bis 10.09.1988

Teilnehmer: Hans, Erich, Fried und Rudi

02.Sept.: Heute Abend haben sich Erich, Fried, Hans und ich getroffen, um den Anhänger von Hans bzw. das Auto von Fried mit unseren Gepäck zu beladen. der Anhänger wurde wasserdicht verpackt und sorgfältig verschnürt, damit auch ja nichts passieren kann. Im Auto wurde auch hoch die Vignette für die Schweiz von Erich angebracht.

03.Sept.: Um 4.00 Uhr früh haben mich meine drei Bergfreunde von zu Hause abgeholt, wobei Erich den Fahrer machte. Fried hatte es sich mit seinem Kissen auf dem Rücksitz schon bequem gemacht. Während der Fahrt regnete es und an der Schweizer Grenze erlebten wir die erste Überraschung. Auch der Anhänger brauchte eine Vignette (sfr 30.-). Über Bern führte uns die Fahrt vorbei am Berner-Oberland mit Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau nach Kandersteg. Hier folgte die zweite Überraschung. Als wir auf den Zug fahren wollten wurden wir von dem Schaffner zurückgeschickt, da uns die Dame am Schalter vergessen hatte auch für den Anhänger ein Billet auszustellen (sfr 42,- + 2o,-). Nach dem dies erledigt war konnten auch wir auf den Zug auffahren. Die Fahrt nach Brig dauerte ca. 45 min. und von Brig nach Iselle noch einmal ca. 20 min. Für Fried wurden diese Minuten zur Ewigkeit, da er ein dringendes Bedürfnis hatte. In Italien erwartete uns ein herrliches und warmes Wetter. In Omegna am Ortasse haben wir eine kleine Pause eingelegt, bevor wir nach Alagna weiterfuhren. Die 3. Überraschung war die Tatsache, dass der Campingplatz in Alagna geschlossen war. So mussten wir ca. 20 km nach Scopello zum nächsten Campingplatz zurück fahren. Nach dem das Zelt aufgebaut war wurde Erich als Koch aktiv und sorgte für eine kräftige Mahlzeit. Mit einem Spaziergang durch die nähere Umgebung und einem Umtrunk in der Campingplatzwirtschaft wurde ein langer Tag beendet.

04.Sept.: Gestärkt mit frischen Brötchen zum Frühstück fuhren wir nach Alagna. Fried musste feststellen, dass die Batterie seiner Canon leer war und nirgend eine Neue aufzutreiben war. Um 11.30 Uhr fuhren wir mit der Seilbahn zur Punta Indren (12.15) und um 13.15 Uhr waren wir auf der Rifugio Mantova. Dort konnten wir, wie vor 3 Jahren, das Zimmer Nr. 4 beziehen. Die wechselnde Bewölkung lies es nicht zu, dass wir uns vor die Hütte setzen konnten. So vertrieben wir uns die Zeit mit kartenspielen (Skat, Mau-Mau), derweil Hans unruhig hin- und herlief. Gegen 21.00 Uhr gingen wir zu Bett. (Halppension 34.000 Lire)

05.Sept.: Kurz nach 6.00 Uhr wurden wir von Fried geweckt. Bei klarem Wetter marschierten wir um 7.15 Uhr los. Um 9.15 Uhr legten wir auf dem Lisjoch eine Pause ein, bevor wir um 11.05 Uhr unser Ziel, die Punta Margheritha (4554m) erreichten. Hier oben blies ein kräftiger Wind. Da es fried verkratzt ging, überlegten wir, ob wir wieder ab- steigen. Fried ist dagegen. Der Rest des Tages wurde mit Nichtstun verbracht. Die foldende Nacht werden wir nicht so schnell vergessen. (Übernachtung 20.000 Lire)

06.Sept.: Gerädert von der schlimmen Nacht sind wir um 6.15 Uhr aufgestanden. Zum Frühstück brachte jeder nur einen Becher Tee hinunter. Als wir gegen 7.30 Uhr losgingen war es draussen ziemlich kalt und es war immer noch sehr windig. Ohne grosse Schwierigkeiten hatten wir gegen 8.00 Uhr die Zumsteinspitze (4563m) erstiegen. Über einen steilen Firngrad erreichten wir um 9.45 Uhr die Parrotspitze (4432m). Beim Abstieg hatten wir einige Schwierigkeiten. Nach einer pause entschliesst sich Fried nicht mit aufs Schwarzhorn zu gehen sondern inzwischen abzusteigen. Hans, Erich und ich stehen um 11.15 Uhr auf dem Schwarzhorn (4321m). In der Mantova-Hütte treffen wir dann wieder auf Fried. Zurück in Alagna wurde dieser erfolgreiche Tag erst einmal begossen. Nach dem Abendessen, welches wiedr von Erich zubereitet wurde, haben wir einen langen Abend in einem Lokal in Scopello verbracht.

07.Sept.: Heute wollten wir von Scopello nach Täsch übersiedeln. Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir gegen 10.00 Uhr los. Bei warmem Wetter fuhren wir am Lago Maggiore vorbei und über den Simplonpass. In unserer Stammkneipe "Waliserstübli" haben wir zu Abend gegessen. Eine Runde Mau-Mau im Zelt bildete den Abschluss des heutigen Tages.

08.Sept.: Fried, Hans und Erich wollen von Grächen aus nach Saas Fee wandern, während ich mit dem Auto nach Saas Fee fahre und auf das Allalinhorn (4027m) steige. Nach dem es am Morgen noch etwas nebelig war, wurde es doch noch ein herrlicher Tag. Um 15.00 Uhr sind wir dann alle wieder zusammen getroffen. Nach einer Fahrt zum Mattmarkstausee haben wir wieder in unserer Stammkneipe zu Abend gegessen.

09.Sept.: Heute war das Wetter nicht ganz so schön. Mit einer Wanderung von Täsch nach Zermatt, durch die Gornerschlucht nach Furi, über die Staumauer nach Zmutt (Mittagessen: Rösti mit Allem), wieder nach Zermatt und über die Autostrasse nach Täsch zurück, wurde dieser Tag verbracht.

10.Sept.: Nach dem Aufstehen und dem Frühstück haben wir das Zelt und unser Gepäck wieder verstaut und sind um 9.45 Uhr von Täsch losgefahren. Die Fahrt führte über den Grimselpass nach Meiringen und über den Brünigpass. Kurz danach streikte das Auto. Nachdem alle Versuche das Fahrzeug wieder in gang zu bringen erfolglos blieben wurde der SAC alarmiert. Nach einer Stunde wurden wir Huckepack von einem Abschleppwagen nach Kerns gebracht. Dort in der Werkstatt wurde das defekte Teil (gebrochenes Zündkabel sfr. 325.-) ersetzt und nach etwa 4 Std. Verspätung die Heimfahrt wieder angetreten. Über Luzern erreichten wir um 18.00 Uhr Weil am Rhein. Nach dem obligatorischen Leberkäse mit Spiegelei und Pommes bestieg Fried zum Erstenmal in dieser Woche sein Auto als Fahrer. Ohne weitere Probleme sind wir gegen 21.45 Uhr zu Hause angekommen. Somit ging eine erlebnisreiche und schöne Woche zu Ende. Meinen besonderen Dank möchte ich Hans und Fried aussprechen, die ihren Anhänger bzw. Auto zur Verfügung gestellt hatten.

gez. Rudi