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Bericht zur Bergtourenwoche vom vom 6.9.-13.9.1986
Teilnehmer: Hans, Erich, Fried, Günter H. und Rudi
Samstag 6.9.86:
Es ist 3.04 Uhr. Ich stehe bereits mit Fried vor dem Feuerwehrhaus, als der VDB-Bus mit
Rudi und Günther H. vorbeirasen, um den eigentlichen Fahrer Hans, abzuholen.
Um 5.40 Uhr tanken wir in Bad Bellingen, 2l km vor der Schweizer Grenze. Über die Grenze
verlief alles reibungslos. Am Teufengraben, zum bereits gewohnten Frühstück, waren wir
um 6.30 Uhr. Anschließend ging es weiter nach Kandersteg, wo wir sofort den Verladezug
nach Goppenstein (15,- Sfr.) erwischten. Um 9.00 Uhr zischten die ersten drei Dosen Bier!
Mit von der Partie waren Fried, Günther und ich. Gegen 9.45 Uhr haben wir uns bereits in
Täsch bei Camping Alphubel angemeldet. Unterwegs ging die Diskussion darum, ob man wie
geplant, auf 3700m die Zelte aufschlagen sollte? Fried wurde auch unsicher und man einigte
sich auf Aklimatisation im Tal. Eine Wanderung führte uns zur Täschhütte, wo wir um 13.05
Uhr fünf Feldschlösschen ablassen. Rudi schreibt die sieben, bereits in Täsch gekauften
Karten, an die anderen Bergfreunde und Gönner. Abends beobachteten wir noch die Schützen
an der Schießanlage in Täsch.
Sonntag 7.9.86:
Wir stehen um halb sechs auf. Die Fahrt mit der Bahn nach Zermatt kostet 4,6O Fr. Durch
Zermatt gehts zu Fuß in der morgentlichen Ruhe zur Seilbahn. Eine kleine Gondel bringt uns
auf Furi (1886m), dort steigen wir um in die Luftseilbahn "Trockener Steg" (2939m).
Nun ging es mit der höchsten Luftseilbahn Europas bis aufs kleine Matterhorn auf 3820m und
das alles für 72,- Franken. Über den Theodulgletscher gehen wir ohne Seil relativ problemlos
auf das Breithorn (4160m). Die Rucksäcke lassen wir am Fuße des Breithorns auf dem Gletscher
liegen. Jetzt sollte es weitergehen zum Schwarztor, dem ursprünglich geplanten Ausgangspunkt
unserer Tour (Schwarztorbiwak). Da wir aber die untere Führe wählten, standen wir nach
langem Weg im Zwillingsjoch zwischen Pollux und Castor.Die Seilschaft, die bis jetzt "ohne"
über den Gletscher ging, war ziemlich k.o. Dies galt besonders für Fried, der das teuere
ISO-Star um sich schleuderte. Rudi und ich beschlossen den Castor, der sich vom Joch aus mit
etwa 400 Höhenmetern steil aufbäumt, zu ersteigen. Hans, Günther und Fried sollten zur Bahn
zurückkehren. So gingen wir um 12.30 Uhr den steilen Castor an. Ohne Rucksack lief es sehr
gut und wir ließen uns sogar Zeit zum fotografieren. Dies bereuten wir auf dem Gipfel, denn
zum wiederholten Male streikte die AGFA von Rudi. Vom 4226m hohen Castor waren wir um
14.45 Uhr zurück. Vom Zwillingsjoch, wo wir die Rucksäcke abgelegt hatten, hörten wir
Pfiffe, die von Günther und Hans stammten. Sie waren ohne Fried auf den Pollux (4091m)
gestiegen. Rudi und ich marschierten um l5.00 Uhr zur Luftseilbahn "Klein Matterhorn"
zurück, oft nach den beiden Bergfreunden zurückschauend. Die hatten etwa l,5 Std.
Zeitrückstand. Rudi und ich erwischten die letzte Bahn gerade noch. Fried erwartete uns
bereits, und wir fuhren ins Tal. In Zermatt neben der Talstation tranken wir im Restaurant
"Klein Matterhorn" zwei Bier. Anschließend fuhren wir zurück nach Täsch und aßen im
"Wiesengrund" ein Schnitzel.
Montag 8.9.86:
Aufgestanden um 7.45 Uhr. Zum Frühstück gab es frische Brötchen und Eigenvorrat. Wir machten
uns Sorgen um die beiden Extratourer und beschlossen später überall einmal anzurufen. Auch
den Schlüssel für den Bus hatten wir nicht. Neben uns campte ein Kölner, den ich wegen seiner
Wagenschlüssel ansprach. Er probierte an der Beifahrertür und der Erste paßte prompt. Jetzt
konnten wir uns zumindest umziehen. Rudi telefonierte zur Testa Grigia und nach Trockener
Steg, doch vergebens. Die Beiden wurden nicht gesehen. Wir aßen etwas, in der Hoffnung, daß
die Beiden noch rechtzeitig kommen, weil Rudi und ich auf die Hörnlihütte wollten. Fried war
nicht zu Überreden. Um l3.30 Uhr, als wir gerade Bierlachs spielen, kamen die Beiden endlich.
Günther und Hans hatten also Pech, oder Glück, und mußten auf Testa Grigia übernachten. Ein
Spaß für 58,- Fr. Jetzt mußte das Faß Fürstenberg Pilsener dran glauben. Hans und Günther
aßen etwas. Der ZbV funktionierte beim Bierausschank zufriedenstellend. Eine kleine
Wanderung führte uns später etwas außerhalb von Täsch zu zwei Terrassenbier. In der
kleinen Kneipe neben der Kirche aßen wir zu Abend. Anschließend war Bastelstunde und
Abflug der Modelle am Brückengeländer.
Dienstag 9.9.86:
Ich bin um 7.30 Uhr aufgestanden und habe Brötchen geholt. Nach dem Frühstück machten sich
Günther und Hans fertig, sie wollten heute auf die Domhütte (2940m). Ich fuhr sie dann mit
dem Bus nach Randa, dem Ausgangspunkt zur Hütte. Rudi und ich machten uns fertig um ohne
Fried, der sich nicht überreden ließ, auf die Hörnlihütte zu gehen. Fried fuhr mit nach
Zermatt, wo er sich etwas demoralisiert von uns trennte. Mit der Luftseilbahn gings hoch
über Furi nach Schwarzsee (2582m) für 20,60 Fr. Der Fußweg zur Hörnlihütte, bzw. Hotel
Belvedere (3260m) ist mit zwei Stunden ausgeschildert. Um l3.20 Uhr sind wir auf Schwarzsee
weggegangen und waren Punkt l5.00 Uhr an der Hörnlihütte. Wir meldeten uns an und bezahlten
die Übernachtung (12,-Fr.). Es begann zu regnen und zu schneien, so daß die Aussichten für
eine Besteigung schlecht waren.
Mittwoch 10.9.86:
Der Hüttenwart weckte erst um 6.30 Uhr. Es war eisig kalt und das Matterhorn schön frei,
aber vereist. Nach fotografieren und Frühstück, sowie Eintrag ins Hüttenbuch mit Vereinswappen,
nahen wir den Weg bis zum Einstieg ein. Wir wollten kein Risiko eingehen und stiegen wieder ab.
Fried trafen wir wieder an der Seilbahn, nachdem wir ihn auf Trift oder Edelweiß vorzeitig
erwarten wollten. Er war nicht Richtung Mettelhorn sondern zur Sunnega gelaufen. Hans und
Günther kamen erst spät abends um 23.00 Uhr. Sie hatten den Dom (4545m) erstiegen.
Donnerstag 11.9.86:
Rudi und ich hatten bereits gestern beim Abstieg beschlossen auf die Domhütte zu gehen,
Fried fühlt sich wieder normal und geht auch mit. Günther bringt uns nach Randa und wir
steigen zur Hütte auf. Um 15.55 Uhr sind wir nach 5 Std. 15 min. mit fast zwei Stunden
Pause auf der Hütte. Zum Abendessen gibt es eine Suppe, Gulasch mit Kartoffelbrei, als
Salat Rote Beete. Die Zeit vertreiben wir uns mit Bierlachs bzw. mit je einer Runde
Cardinal Lager 0,33l für 11,40 Sfr.
Freitag 12.9.86:
Hans und Günther hatten beschlossen mit dem Bus nach Saas-Fee zu fahren. Mit der neuen
"Metro Alpin" fuhren sie bis zum Allalinpaß hoch und erstiegen das Allalinhorn (4027m).
Wir wurden um 4.00 Uhr geweckt. Gleich dem Frühstück, kurz vor halb fünf, machten wir uns
mit den Stirnlampen auf den Weg. Bis auf einen "Verhauer" in den Felsen, der uns etwa
eine halbe Stunde kostete, verlief alles gut. Ich war den Beiden zu langsam auf dem
Gletscher, aber trotzdem kamen wir als dritte Seilschaft auf dem Gipfel (4545m) an.
Nach über sechs Stunden Aufstieg, haben wir bis nach Randa einen Höhenunterschied von
ca.3100m bergab zu bewältigen. Nach Gipfelfotos und kurzer Rast, gehts auch sofort wieder
bergab. Ein kleines Vesper auf dem Gletscher (Gipfeltrunk) dann gleich weiter bis zur
Domhütte. Dort zahlten wir unsere Rechnung und unterhielten uns noch etwas mit dem Hüttenwirt
bei einem Bier. Gegen l5.00 Uhr stiegen wir ab. Zwei Bier ließen wir in der "Gartenwirtschaft"
bei der Kirche in die Oberschenkel, bzw.in die Knie laufen, bevor wir mit dem Zug nach
Täsch zurückkehrten. Dort erwarteten uns Hans und Günther bereits. Das zweite 5l-Faß Bier
wurde parallel zur Körperpflege geleert. Der Abend verlief lustig. In der kleinen Kneipe
neben der Kirche brach ich als Erster ab. Unserem ZbV war es gelungen, er hatte uns Schnaps
eingeflößt.
Samstag 13.9.86:
Das übliche Frühstück mit frischen Brütchen besorgte diesmal Hans. Nach Einkauf der
Wegzehrung (Bier) und tanken für die restlichen Franken, fuhren wir über Brig - Gletsch -
Furkapass - Andermatt - Richtung Basel. In Weil am Rhein aßen wir den inzwischen schon
obligatorischen Fleischkäse mit Spiegelei und Pommes. Nur Günther aß ein halbes Hähnchen.
Auf der weiteren Heimfahrt sahen wir in Höhe Karlsruhe/Rheinhafen hinter der Verzweigung
Richtung Stuttgart einen schweren Verkehrsunfall. Doch die Stimmung hob sich wieder,
als 1500m vor der Ausfahrt Hirschberg/Großachsen die Gaszugfeder am Bus brach. Unser
Bordmechaniker Günther hatte die Situation sofort im Griff. Die Heimfahrt endete mit drei
Bier im Feuerwehrhaus und dem Ausladen von Gepäck und Ausrüstung. Rudi luden wir bereits
in Großachsen an der Sporthalle ab, wo er das erste Damen-Punktspiel zu betreuen hatte.
Zusammenfassend:
Es war schade, daß wir unsere Touren nicht alle zusammen durchführen konnten.
Die Trennung war jedoch, um bergsteigerischen Erfolg zu haben, nicht zu vermeiden.
Rudi und ich wollten am Matterhorn kein Risiko eingehen. Fried konnte seine Moral am Dom
wieder aufrichten! Trotz Verunsicherungen sind die Leistungen unserer "Berg - AH",
Hans und Günther, hoch zu bewerten. Sie können weitere vier Viertausender verbuchen.
Die Stimmung war meistens sehr gut. Der VDB-Bus lief sehr gut, anders als im Vorjahr.
Fotografiert haben Rudi, Günther und ich. gez. Erich |