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Bericht zur Bergtourenwoche vom 26.08.-01.09.1984 im Ober-Engadin
Teilnehmer: Bernhard, Erich, Fried, Günter H., Günter Z., Volker und Rudi
Mit den beiden Pkw von Volker und Rudi trafen wir um 13.00 Uhr auf dem Campingplatz in Maloja
ein. Nach dem Aufbau der Zelte errichteten wir eine notdürftige Sitz- und Eßgelegenheit. Gegen
17.00 Uhr besuchten wir die Gaststätte "Isola". Auf dem Weg dorthin verbringen zwei Teilnehmer
sportliche Höchstleistungen (hickeln).
Bei nicht allzu gutem Wetter nahm man Heute den "Piz La Margna" in Angriff. Bei dem weiten,
serpentinenhaft angelegten Weg, zeigte ein Teilnehmer Konditionsmängel. Später gesellte sich ein
Zweiter hinzu. Durch das trübe Wetter konnte man den bestimmt herrlichen Blick nach St. Moritz
nicht geniessen. Nach dem Abstieg traf man sich in der Gaststätte der Halbinsel Isola wieder.
Wegen schlechtem Wetter war man sich schnell einig, an diesem Tag keine Tour zu unternehmen.
Bei einem Besuch des Ortes Majola besichtigte man unter anderem die bekannten Gletschermühlen.
Nachmittags wurden die Zelte ab- und in St. Moritz-Bad wieder aufgebaut. Erich bestätigte seinen
guten Ruf als Organisator. Tisch und Stühle zu besorgen sind für ihn kein Problem. Gegen Abend
wurde ein Informationsgang nach St. Moritz unternommen, wo man den ehemaligen TVO-Trainer
Schröder traf.
Mit der Surlay-Bergbahn fuhren wir bis zur Mittelstation. Vorbei an der Furkula-Surlay-Hütte
ging es in Richtung Coaz-Hütte. Über einen schwierigen, unübersichtlichen Einstieg (meterhohes
Gestein) erreichten wir das erste Schneefeld. In zügigem Tempo wurde der Gipfel des "Il
Caputschin" erreicht. Nach einer 1/2 stündigen Pause gingen wir einen anderen Weg zurück. Fried
machte durch sein dichtes Auflaufen eine fremde Seilschaft halb verrückt (Vater legt sich mit
seiner Frau und seinem Sohn an). Durch ein langes Geröllfeld verlor man sich etwas aus den Augen,
was bei einigen Teilnehmern einen gewissen Unmut hervorrief. Nach dem man die Mittelstation
verpaßt hatte, mußte der Abstieg nach Sils-Maria zu Fuß bewältigt werden. Bei drei Flaschen Bier
in einer Gaststätte und dem gemeinsamen Abendessen vor den Zelten wurden alle Unstimmigkeiten
ausgeräumt. Man war sich einig, einen harten Tag verbracht zu haben.
Durch klares, kaltes Wetter wurden wir am nächsten Morgen geweckt, was uns auch veranlasste,
die geplante Tour über den Rosatschkamm ausfallen zu lassen und dafür den Piz Palü anzugehen.
Mit dem Auto fuhr man zur Talstation der Diavolezza-Bergbahn und mit dieser zur Bergstation.
Über einen Gletscher, mit nicht allzu breiten Spalten, wurde sehr schnell das erste Eisfeld
erreicht. Beide Seilschaften kamen zügig voran. Nach einem etwas flacheren Stück traf man sich
vor dem steilsten und längsten Abschnitt des Aufstiegs. Durch hohe Tritte wurde der Aufstieg
erheblich erschwert. Ein kaputtes Steigeisen lies eine Seilschaft immer weiter zurückfallen.
Im so genannten Sattel traf man sich, um den letzetn Teil des Aufstiegs gemeinsam zu begehen.
Auf der vorderen Spitze des "Piz Palü" wurde bei herrlichem Wetter ein kleiner Imbiss zu sich
genommen. Unter anderem trank man auch einen Schluck Rotwein, der noch Folgen haben sollte.
Nach einem zügigen Abstieg wurde das Ende des Gletschers erreicht. Man verweilte noch eine 1/2
Stunde und trank den Rest der Getränke. Auf dem Weg zur Bergstation mußte sich ein Teilnehmer
leider wieder von seinem Rotwein trennen. Abends wurde dieser wunderschöne und erfolgreiche Tag
gefeiert.
Nach den beiden vergangenen, harten Tagen, wurde Heute gefaulenzt, was unsere beiden
Sonnenanbeter besonders freute. Drei Mutige wagten sich sogar in den recht kühlen "Lei Marsch".
Mit einem Ball wurde der Rest des Tages abgeschlossen. Bei einem Fußballspiel Alt gegen Jung,
wurde recht schnell klar, wo die Stärken liegen. Der Abend vor dem Zelt verlief ruhig.
Auf der Heimfahrt verlor man sich in Zürich aus den Augen. Beim ausgemachten Sammelpunkt, an der
Autobahnraststätte Weil am Rhein, traf man wieder zusammen. Ein Teilnehmer überraschte mit einem
ausgezeichneten Personengedächnis (wahrscheinlich ging eine gründliche Studie vorraus). Das
Essen war nicht so üppig wie versprochen. Zu Hause wurde im Feuerwehrhaus bei zwei Bieren
eine sehr schöne und erfolgreiche Tourenwoche abgeschlossen.
gez. Günter Z. |