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Bericht zur Bergtourenwoche vom vom 07.-13.09.1979 im Wallis
Teilnehmer: Fried, Volker, Klaus und Erich
Sa. 07.09.: Mein Eintrag in unser kleines Tegebuch kommt eigentlich ein bisschen spät, denn wir sitzen
bereits auf der Terasse der Längfluh. Dennoch will ich von vorne beginnen.
So. 08.09.: Es war 7.00 Uhr, als wir auf ca. 3700m angelangt waren. Wir waren heute morgen um
4.00 Uhr an der Längfluh losmarschiert. Bis hierher lief alles hervorragent, abgesehen von einigen
Luftschwierigkeiten. Nach einer Pause gingen wir die letzten zwei steilen Schneefelder an.
Um 9.45 Uhr standen wir auf dem Gipfel des Alphubels (4206m) und haben uns mit einem gegenseitigen
"Berg Heil" beglückwünscht. Bis wir hier oben waren, hatten wir doch einige Probleme mit unserer
Kondition. Jedoch waren wir eher auf dem Gipfel, als wir das vorher gedacht hatten. Für den Rückweg
haben wir uns mit zwei Dosen Bier und einer Tafel Schokolade gestärkt. Mittlerweile waren wir wieder
auf der Längfluh zurückgekehrt (13.40 Uhr) und tranken auf der Terasse genüsslich zwei Bier. Wir hatten
eine herrliche Tour hinter uns, bei der wir sehr viele Gletscherspalten gesehen haben. Einmal mußten
wir sogar in eine kleine Spalte absteigen, um diese zu überqueren. Jeder von uns war froh, diese
Anstrengungen, welche auch Spaß gemacht hatten, ohne irgentwelche Wehwehchen überstanden zu haben.
Für Klaus war der Alphubel der neunte, für Fried und mich der dritte und für Volker der erste
Viertausender. Es war 17.07 Uhr, als wir am Tisch saßen und darauf warteten, dass die letzten Gäste,
welche mit der Seilbahn gekommen waren, zum Essen kamen. Wir hatten uns entschlossen, etwas warmes
zu essen. Zwischenzeitlich hatten wir unsere Schuhe getrocknet und im Freien gesessen. Nach dem guten
Abendessen und einer Unterhaltung mit zwei Bergsteigern aus Guttach im Schwarzwald, tranken wir unser
Bier leer und legten uns in die Falle. Am nächsten Morgen wollten wir auf das Allalinhorn steigen
und von dort auf die Britania-Hütte absteigen. Für den Tag darauf hatten wir das Strahlhorn im Visier.
Mo. 09.09.: Es war 15.15 Uhr, als wir in Saas Fee bei einem offenen Bier saßen. Für mich blieb noch
allerhand nachzutragen. Heute morgen waren wir nach dem Frühstück um 4.15 Uhr losgegangen. Wir waren
sehr gut zu Fuß und hatten nach 3 1/2 Std. den Gipfel des Allalinhorns (4027m) erreicht. Kurz vor dem Gipfel
ging das Steigeisen von Volker kaputt. Auch Fried verlor unterwegs sein Steigeisen, konnte es aber
schnell wieder anziehen. Beim Abstieg auf dem Weg zur Britania-Hütte kamen uns an einer Kletterstelle
drei Seilschaften entgegen, weshalb wir warten mußten, bis diese die Stelle passiert hatten. Am Ende
des Gletschers (12.15 Uhr) zogen wir unsere Steigeisen aus und machten eine Pause, in der wir unsere
letzten Dosen Bier tranken. Für unseren "Kernbeißer" hatten wir zur Stärkung noch eine Apfel übrig.
Nach einer weiteren 1 Std. erreichten wir die Britania-Hütte, auf der dann die "Alten" eine Runde
springen liesen. Die nächste Runde von Erich war dann auf der Station Felskinn fällig. In Saas Fee,
im Hotel Britania, war schließlich Volker an der Reihe eine Runde zu zahlen. Zurück auf dem
Campingplatz in Täsch haben wir die Zelte aufgebaut und beschlossen am nächsten Tag einen Ruhetag
einzulegen. Die Miete für den Platz hatten wir schon bezahlt. Wir aßen unsere Hartwurst und das
Volkornbrot und tranken später in Täsch noch drei Bier.
Di. 10.09.: Wir haben bereits gefrühstückt (8.00 Uhr) und wollten nach Zermatt und nach Winkelmatten
ins Salzgeberhaus gehen, um dort mein Steigeisen abzuholen, welches ich im Jahr zuvor am Rimpfischhorn
verloren hatte. Nach Aussage der Frau, welche das Haus unterhält, war mein Steigeisen die Attraktion.
In der "Walliser Kanne" haben wir zu Mittag gegessen und anschliessend in einer Spielhölle beim
Tischfußball (Sieger Volker und ich) uns die Zeit vertrieben. Der Besuch im Bergsteigermuseum war
nicht so berauschend. In der vergangenen Nacht war ein kleines Gewitter und zur Zeit regnete es leicht.
Es war gut, den Ruhetag auf Heute zu legen. Wir hofften, dass sich das Wetter wieder bessert und wir
weitere Touren machen könnten. Mit der Bahn fuhren wir nach Täsch zurück und deckten uns dort mit 2
Liter Bier pro Mann für den Abend ein. Nach einem Spaziergang und einem mißglückten Wurfspiel, das sich
Fried gekauft hatte, schlüpften wir in unsere Schlafsäcke.
Mi. 11.09.: Es war 7.15 Uhr, als wir unseren Tee tranken und dann die Zelte abbauten um nach Saas Grund
zu fahren. Von dort aus wollten wir auf die Weismies-Hütte gehen. Das Wetter war wieder schön. Um
10.00 Uhr saßen wir im Restaurant Kreuzboden bei einem Bier. die Fahrt hierauf hatte Sfr. 10.- gekostet.
Der Himmel war wolkenlos und der Blick auf die Mischabelgruppe gigantisch. Bis zur Weismieshütte war
es noch 1 Std. zu gehen. Wir hofften, daß das Wetter so bleibt und wir einen weiteren Viertausender
besteigen könnten. Wir saßen etwas oberhalb der Weismieshütte (17.00 Uhr) und hatten uns wieder beruhigt,
nachdem wir uns über die dumme Sau von Hüttenwirt aufgeregt hatten, weil er so ein Lahmarsch war und
uns nicht gleich ein Quartier für die Nacht zuweisen wollte. Auf unsere Suppe mit Würstchen mußten wir
ebenfalls lange warten. Aus Langeweile warfen wir mit Steinen. Volker und ich hatten unsere Steigeisen
neu angepasst, so das wir Morgen wieder voll einsteigen können. In die Hütte zurückgekehrt haben wir
noch etwas gegessen und ich habe mir eine Flasche Rotwein gegönnt. Den Aufstiegsweg für Morgen hatten
wir schon ausgekundschaftet und das wetter versprach schön zu bleiben.
Do. 12.09.: Um zehn nach vier gingen wir los. Der Aufstieg über dieFelsen war gut und wir gewannen
rasch an Höhe.Bei etwa der Hälfte der Strecke auf das Weismies, ging bei Volker das Steigeisen kaputt.
Trotzdem ging er nur mit einem Eisen weiter. Der Weg über den Gletscher war sehr steil, als wir um
8.30 Uhr auf dem Gipfel des Weismies (4023m) eintrafen. Von hier oben hatten wir bei diesem herrlichen
Wetter einen gigantischen Ausblick. Nach einer kurzen Gipfelrast und -foto stiegen wir wieder ab. Mit
der Seilbahn wollten wir wieder nach Saas Grund abfahren. Ob wir Heute oder erst Morgen nach Hause
fahren steht noch in den Sternen. Es dreht sich hauptsächlich darum, wo wir die kommende Nacht
verbringen können. Vielleicht finden wir unterwegs wieder eine Heuschober, in dem wir schlafen können.
Volkornbrot und tranken später in Täsch noch drei Bier.
Fr. 13.09.: Unser Zelt schlugen wir am Vorabend auf dem Campingplatz in Ulrichen auf, wohin wir gestern
noch gefahren sind. Nach dem Essen ging es gestern noch recht lustig zu. Mittlerweile waren wir bei
Spitzenwetter nach Grindelwald gefahren, jedoch stand die Sonne so ungünstig, dass wir kein gescheites
Foto von der Eiger-Nordwand machen konnten. Nach dem Mittagessen fuhren wir über Bern und Basel wieder
nach Hause.
Sa. 28.09.: Heute waren es bereits länger als zwei Wochen her, dass wir wieder aus der Schweiz zurück
waren. Nachdem ich mir noch einmal alles in Ruhe durchgelesen hatte, fielen mir doch noch ein paar
Dinge ein, die nicht in Vergessenheit geraten sollten. Ich dachte da hauptsächlich an unseren "Luis
Trnker", der, als wir vom Allalin herunter kamen, ganz schnell "bergab" wollte. Peinlich war das
natürlich, dass das dem Erfahrensten von uns passierte. Bei den peinlichen Dingen lasse ich mich nicht
aus. Ich habe es fertig gebracht mich auf der Hinfahrt zu verfahren. Über Volker läßt sich nur gutes
berichten, abgesehen von der Unfähigkeit mit Steigeisen und Gammaschen zu gehen. So ging er mit nur
einem Steigeisen bis auf den Gipfel des Weismies, eine respektable Leistung.
gez. Erich |