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Bericht zur 1. Bergtourenwoche vom vom 24.07.-01.08.1976 im Wallis
Teilnehmer: Fried und Erich
Am Samstagmorgen um 3.00 Uhr weckte ich meinen Bergfreund, der leider verschlafen hatte. Bei wenig
Verkehr fuhren wir gegen 6.45 Uhr bei Basel über die Grenze und erreichten um 13.30 Uhr unser Ziel,
den Campingplatz in Täsch. Nach dem das Zelt aufgebaut war, stillten wir unseren Hunger mit einer
Portion Rindsrouladen mit Nudeln. Anschließend haben wir uns in Täsch umgesehen. Mit 66-zig und
Mau-Mau bei Bier und Schnaps haben wir den Rest des Abends verbracht, bis wir uns, nach dem langen Tag
schon recht früh, um 20.30 Uhr in die Schlafsäcke legten.
Um 8.15 Uhr waren wir aufgestanden, haben uns gewaschen und anschließend am Barometer festgestellt,
dass das Wetter gut werden würde. Nach dem Frühstück wollten wir um 9.30 Uhr nach Zermatt wandern.
Dort haben wir uns eine Bild am Sonntag sowie Ansichtskarten gekauft. Danach gingen wir weiter
zum Schwarzsee. Mittlerweile waren die Berge in Wolken gehüllt und vom Matterhorn war nichts zu
sehen, außerdem hatte es angefangen zu schneien. Um 17.45 Uhr waren wir wieder zurück auf dem
Campingplatz in Täsch. Auf dem Rückweg hatte sich Fried in Zermatt einen Gaskocher gekauft, in der
Hoffnung, mit diesem Gerät besser zurecht zu kommen. Heute Abend sollte es Gulasch mit Nudeln
geben. Nach dem Duschen sind wir noch einmal ins Dorf gegangen um uns mit Bier einzudecken. Vergeblich.
Unser Ziel für morgen sollte das Breithorn sein, unser vielleicht erster Viertausender. Dazu
haben wir unsere Rucksäcke gepackt und sind früh ins Bett gegangen.
Als wir aufstanden, war es bereits 9.00 Uhr durch und zwar nicht deswegen, weil wir verschlafen
hätten, sondern weil es regnete. Doch wenn wir Glück haben reissen die Wolken doch noch auf und
die Sonne kommt durch. Mit der Bahn fuhren wir um 10.00 Uhr nach Zermatt und gingen durch den Ort
zur Talstation der Bergbahn. Dort lösten wir die Fahrkarten bis zur Station Trockener Steg, wo wir
um 12.00 Uhr eintrafen. Die Sicht betrug etwa 20m und es schneite. Nach einem Schluck Tee und einem
Schnaps wollten wir zu Fuß wieder nach Zermatt absteigen. Unterwegs bereitete Fried in einem kleinen
Biwak eine Jägersuppe zu. Von Zermatt aus fuhren wir wieder mit der Bahn zurück nach Täsch. Naß wie
die Katzen und ziemlich erledigt trafen wir wieder auf dem Zeltplatz ein. Vorerst hatten wir die
Schnauze ziemlich voll, doch konnten wir uns endlich mit Bier eindecken. Nach dem Abendessen habe
ich die Ansichtskarten geschrieben und danach haben wir, in den Schlafsäcken liegend, noch Karten
gespielt und ein Bier getrunken.
Heute sind wir erst gegen 9.30 Uhr aufgestanden, haben gefrühstückt und das Wetter beobachtet. Die
Wolken waren aufgerissen und die Sonne kam durch, aber wie lange? Das Barometer zeigte steigende
Tendenz. Wir waren unentschlossen darüber, was wir tun sollten und haben uns für eine Fahrt hinunter
ins Tal entschieden. In Randa haben wir Karl Reinhard mit Familie getroffen. Gemeinsam sind wir zur
Täschalp gefahren. Karl ging mit seiner Frau und den Kindern weiter zur Täschhütte, während wir beide
wieder nach Täsch zurückkehrten. Unterwegs hatte ich für die letzten Schweizer Franken noch Bier,
Brot und Gurken gekauft. Nach dem wir unseren Erbseneintopf und eine Literflasche Bier verdrückt
hatten, kamen Karl und Familie zu einem kurzen Besuch vorbei. Er wollte morgen mit einem Bergführer
auf den Dom, wenn das Wetter mtspielt. Wir hatten uns vorgenommen mit dem Auto bis zur Täschalp zu
fahren und von dort auf das Rimpfischhorn zu steigen. Mit Bier und Kartenspiel wurde der Tag beendet.
Es war bereits kurz vor 6.00 Uhr als wir aufgestanden sind. Die Rucksäcke und die Schuhe hatten wir
schon gestern vorbereitet. Nach dem wir das Teewasser abgefüllt hatten, sind wir aufgebrochen. So
gut wie heute morgen war das Wetter bisher noch nicht. Auf der Fahrt zur Täschalp konnten wir zum
ersten Mal das Matterhorn bewundern, wie es sich klar und deutlich vom Himmel abzeichnete.
Natürlich haben wir einen Fotostopp eingelegt und das Matterhorn sowie das Weisshorn abgelichtet.
Es ist einfach gigantisch! Nach dem wir ca. 2.5 Std. unterwegs waren hatten wir uns auf der
Mittelmoräne verhauen, haben aber trotzdem den Längfluhgletscher erreicht. Hier legten wir die
Steigeisen an und gingen dann am Seil weiter. Das Gelände wurde immer steiler, bis wir den Zermatter
Weg erreichten. Wir waren jetzt auf etwa 3600m. Unterwegs begegneten uns 5 Bergsteiger, welche es
nicht auf das Rimpfischhorn geschafft hatte. Sie rieten uns ab weiter auf den etwa 2.5 Std. vor
uns liegenden Gipfel zu steigen. Da uns jeder Schritt weh tat und die dünne Luft uns zu schaffen machte, legten wir
eine Pause ein. Es war jetzt 13.15 Uhr und wir waren einfach zu spät dran. Wir stiegen
wieder ab und verstauten die Steigeisen, den Pickel und das Seil im Rucksack und machten uns
"gemütlich" auf den Weg zurück ins Tal. Unterwegs, auf dem Gletscher, bekamen wir einen ganz schönen
Schrecken, als es unter uns zischte und knirschte. Wahrscheinlich war das Gletschereis gerissen.
Auf der Täschalp angekommen, haben wir eine längere Pause gemacht. Zurück auf dem Zeltplatz packten wir
die Rucksäcke aus und gingen zum Duschen. Unsere Gesichter waren von der Sonne verbrandt. Nach dem
Abendessen, das ich zubereitet hatte, haben wir ein paar Bier getrunken, machten noch einen Spaziergang
zu drei kleinen Bergseen und legten uns dann zur Ruhe. Nachzutragen wäre noch, dass wir heute morgen
zum ersten Mal Gemsen in der freien Wildbahn gesehen hatten. Es waren ca 25 Stück.
Als wir aufstanden war das schönste Wetter, keine Wolke am Himmel. Heute war Ruhetag! Wir hatten uns
mit Franken frisch eingedeckt und waren dann zuerst nach Saas Fee und danach zum Mattmarkstausee
gefahren, wo wir auch einen kleinen Spaziergang gemacht hatten. Auf dem Rückweg machten wir noch
einen Abstecher nach Grächen, von wo wir den schönsten Blick auf das Weisshorn hatten. Auf dem
Zeltplatz zurück gekehrt haben wir gekocht und es uns gemütlich gemacht. Morgen wollten wir von
der Täschalp aus auf den Alphubel aufsteigen, weshalb wir heute schon unsere Sachen gerichtet hatten.
Wir hatten uns doch noch 4 l Bier geholt, haben uns aber vorgenommen, davon nur 2 l zu trinken. Die
Verkäuferin schaute jedesmal so komisch, wenn ich kam um 4 l oder 6 l Bier zu holen. Sie mußte nämlich
jedesmal in den Keller gehen, weil im Kühlschrank nie genügend vorrätig war. Nach einem kleinen
Dauerlauf und dem Duschen gehen wir schlafen, da wir um 3.00 Uhr aufstehen wollen.
Es war 2.30 Uhr als wir aufstanden und eisig kalt. Mit einem heissen Kaffee bzw. einem Tee haben
wir uns gewärmt. Um 3.30 Uhr gingen wir an der Täschalp los in Richtung Täschhütte, wo wir gegen
4.50 Uhr eintrafen. Auf dem Weg zum Grad, der auf den Alphubel führt, haben wir Weisshorn, Matterhorn,
Alphubel und Duffourspitze fotografiert. Wir stiegen auf dem mit Steinmännchen markierten Weg weiter,
bis wir auf dem Gletscher standen. Von dort folgten wir einer Spur die bis vor die Felsen ging. Die
Kletterei in den Felsen war "kriminell". Lauter lose Steine. Als wir dann auf dem Schneefeld standen,
meinten wir, dass wir verkehrt wären, da keine Spur mehr zu sehen war. Also kletterten wir wieder ab.
Unzufrieden und fluchend gingen wir bis zum Gletscher zurück und probierten es an einer anderen Stelle
noch einmal. Nach einer Seillänge ging auch hier nichts mehr. Daraufhin stiegen wir über den Gletscher
wieder ab (anderer Weg als beim Aufstieg) und folgten im Tal einer Markierung bis zum Punkt 3104m. An
der Täschhütte vorbei gingen wir bis zur Täschalp um dort eine Rast einzulegen. Wir waren bis hier her
13.5 Std. unterwegs und ziemlich erschlagen, haben aber gegenüber Montag doch einiges an
Kondition hinzu gewonnen. In Täsch holten wir noch etwas zu Essen und vier Bier für den Abend. Da
wir doch keine Tour mehr machen würden, haben wir alles in den Rucksäcken gelassen. Für morgen hatten
wir uns einen Ruhetag vorgenommen und übermorgen sollte es dann wieder nach Hause gehen.
Es war 7.00 Uhr vorbei, als Fried mich nicht mehr schlafen lies. Er wollte nach dem Frühstück wegfahren,
noch nicht nach Hause aber orgendwo hin. Da das Wetter nicht so besonders war, haben wir
unsere Sachen gepackt und die Rechnung für den Zeltplatz bezahlt. Unterwegs haben wir eingekauft
und auf einem Parkplatz ein Süppchen zum Mittagessen gekocht. Als wir gegen 17.00 Uhr wieder in
Deutschland waren, mußten wir dringend eine Tankstelle aufsuchen. Auf unserer Weiterfahrt nach
Oberammergau, wo Fried seine Frau Erika treffen wollte, machen wir in ??? halt, um dort im "Ochsen"
zu Abend zu essen. In Oberammergau angekommen, mußten wir eine Weile suchen, bis wir einen geeigneten
Platz zum Campieren gefunden hatten. Während Fried im Auto schlief hatte ich mich ins Freie gelegt, als
es jedoch zu regnen begann, habe auch ich mich dorthin zurückgezogen.
Da das Tourismusbüro heute geschlossen war, haben wir uns entschlossen, ohne große Pausen zu machen,
direkt nach Hause zu fahren. Gegen 11.00 Uhr trafen wir wieder an der Co-Zentrale in
Oberflockenbach ein.
Hier möchte ich den Bericht abschließen. Die Woche im Wallis war schön, jedoch auch etwas
entäuschend, weil wir keinen einzigen Gipfel besteigen konnten. Allerdings hatten wir auch einiges
dazu gelernt und hoffen vielleicht im nächsten Jahr erfolgreicher zu sein.
gez. Erich |